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Rennen, kreischen

Neulinge sind beim Lacrosse stets willkommen

Am 5. November findet der letzte Heimspieltag der Tübinger Lacrosse-Damen statt. Wir stellen diese dynamische Sportart vor.

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Pia Balz spielte früher Fußball. Als sie des Studiums wegen nach Tübingen kam, suchte sie eine neue Herausforderung. Eine Mannschaftssportart sollte es sein. Pia stieß auf Lacrosse – und ist seitdem begeistert: „Da rennen 22 kreischende Mädchen in Röcken und mit Schlägern herum.“ Kreischend deswegen, weil man auf dem Platz mehr kommunizieren müsse, als bei anderen Sportarten.

Wachsende Sportart: Luisa Merkle, Anke Leibfarth (mit Mundschutz) und Pia Balz (v. li.) spielen ... Wachsende Sportart: Luisa Merkle, Anke Leibfarth (mit Mundschutz) und Pia Balz (v. li.) spielen Lacrosse . Bild: Sturm

Luisa Merkle fing mit Lacrosse an, „weil es eine Randsportart ist, bei der man schnell auf einen grünen Zweig kommt.“ Anke Leibfarth wiederum war „Ersti“ an der Universität und wollte neue Leute kennenlernen. Alle drei spielen für die Lacrosse-Abteilung der TSG Tübingen in der Südstaffel der dreigeteilten Damen-Bundesliga. In dieser Saison werden sie wieder Dritte – wie fast jedes Jahr. Nur die ersten beiden qualifizieren sich für die Finalspiele um die deutsche Meisterschaft.

Man brauche etwa ein Jahr, um rein zu kommen, sagt Luisa. In erster Linie müsse man rennen können. Generell geht es darum, den Hartgummiball in den eigenen Reihen hin und her zu passen und einen Angriff mit möglichst erfolgreichem Torwurf abzuschließen. Dabei steht die Beherrschung des „Stick“ im Vordergrund. Der Schläger besteht aus einem Stiel und einer Plastik-Fanghand. Es ist erlaubt, einer gegnerischen Spielerin ordentlich auf den Stab zu klopfen, damit sie den Ball verliert – nicht jedoch auf die Hände. Meistens halten die Spielerinnen den Stick fast senkrecht und wiegen den Ball dabei hin und her, damit er nicht verloren geht.

Die Kugel abzubekommen kann wehtun. Ein fünf Euro teurer Mundschutz ist Pflicht. Das Tragen der Schutzbrille sei freiwillig, aber sehr zu empfehlen, sagen die Mädchen. Wie beim Handball spielt man im Kreis, ähnlich wie beim Eishockey darf man hinter das Tor. Und an Basketball, sagen die drei, erinnerten die Duelle Frau gegen Frau – stellt sich die Verteidigerin geschickt in den Weg, dann gibt es Stürmerfoul.

Ein neuer Schläger kostet 40 Euro. Das meiste Geld verwenden die Tübingerinnen aber für die Reisen zu den Spielen und Turnieren. Neuanfänger sind stets willkommen: Donnerstags um 16 Uhr in der Uni-Spielhalle und mittwochs um 20 Uhr auf dem Kunstrasen der TSG.

Der Sport stammt übrigens aus der Tradition nordamerikanischer Indianer. Ein Missionar fand, der Schläger sehe aus wie ein Bischofsstab – auf Französisch: La Crosse.Michael Sturm

26.10.2011 - 08:30 Uhr

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