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Schlager mit Schmackes

„ne Band im Kornfeld“ gibt Liedern wie „Ti Amo“ Zunder

Sie sind jung und haben sich mit Leib und Seele den vergangenen Schlagerzeiten verschrieben: „ne Band im Kornfeld“ aus Reutlingen covert Schlager-Hits – interpretiert sie jedoch ziemlich rockig. Das geht in die Beine.

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Jürgen Spieß

 

Die Jungs und das Mädel von der Reutlinger Combo „ne Band im Kornfeld“. Bild: Spieß Die Jungs und das Mädel von der Reutlinger Combo „ne Band im Kornfeld“. Bild: Spieß

Reutlingen. Sie sind zwischen 15 und 22 Jahre alt und spielen wie selbstverständlich Lieder wie „Er gehört zu mir“ von Marianne Rosenberg oder „Ich war noch niemals in New York“ von Udo Jürgens. Und sie begeben sich auf eine Zeitreise in die Unterhaltungskunst der 1970er und haben mächtig Spaß dabei.

Dazu schwingen sie auf der Bühne das Tanzbein, tragen abgefahrene Röcke und Kostüme, die den Betrachter schier erblinden lassen. Sie geben sich als Vertreter einer Zeit, in der sich der Schlager massentauglich und genreübergreifend zeigte.

Aber einen entscheidenden Unterschied zu den Gassenhauern von damals gibt es bei der Band im Kornfeld doch: Die Rhythmen und Harmonien sind moderner, rockiger und „haben mit den Originalschlagern außer der Grundmelodie so gut wie nichts mehr gemein“, betonen die fünf Jungs und ihre Sängerin übereinstimmend.

„ne Band im Kornfeld“ spielt lustvoll mit den dazugehörigen Klischees, den Schülern geht es jedoch insbesondere darum, „dem Schlager ein neues Zuhause zu geben“, so Schlagzeuger Julian Boos, der mit 22 Jahren der Älteste ist. Die Combo hat sich vor etwa drei Jahren über das Programm „Groove Factory“ der Reutlinger Musikschule gegründet und spielte damals noch überwiegend Stücke von den Ärzten nach. Mittlerweile hat es einige Besetzungswechsel gegeben, das Song-Repertoire ist umfangreicher geworden.

So covert die Schlagercombo inzwischen auch so unterschiedliche Titel wie „Schöner fremder Mann“, „Ti Amo“ und „Dschingis Khan“. Große musikalische Überraschungen sollte man nicht erwarten, aber das ist auch gar nicht bezweckt. Vielmehr geht es Gregor Ulmer (17, Gitarre), Leonid Burchrad (16, Gitarre), Nikolas Öhler (15, Gitarre), Manolo Sumbél (16, Bass), Julian Boos (22, Schlagzeug) und Katharina Fischer (17, Gesang) darum, den lieblichen Schlagerhits von damals „einfach etwas Pfeffer zu geben“ und sie mit rockigen Harmonien aufzupeppen.

Das gelingt der Band vor allem live ziemlich gut, was sie bei Auftritten bewiesen hat. Auch von ihrer Zukunft haben die sechs Kornfeld-Musiker konkrete Vorstellungen: „Wir wollen so viel wie möglich live spielen, nach den Sommerferien unser erstes Album einspielen und eine zusätzliche Sängerin aufnehmen“, so Drummer Julian Broos.

Bis vor einem halben Jahr standen vorne an den Mikros noch zwei Damen, eine davon musste aus beruflichen Gründen passen und hat die Band verlassen: „Ob Sängerin oder Sänger ist uns eigentlich egal“, meint Bassist und Gründungsmitglied Manolo Sumbél, „Hauptsache, sie oder er passt zu uns und hat Spaß am rocken“.

Dass die Band im Kornfeld mehr als das Covern von Schlagern kann, will sie in den nächsten Monaten bei Liveauftritten beweisen: Am 4. Mai um 19.30 Uhr beim Groove Club im Reutlinger Spitalhofsaal ist sie ebenso vertreten wie beim Stadtfest (23. Juni) und beim Tag der offenen Tür der Musikschule Reutlingen (28. Mai, Spitalhofsaal).

„ne Band im Kornfeld“ ist ein wahrer Zeremonienmeister eines Lebensgefühls – zwischen Heino und Heintje, Marianne Rosenberg und Roy Black. Aber sie gibt im Gegensatz zum Tübinger Schlagerbarden Dieter Thomas Kuhn dem Ganzen einen rockig-fetzigen Anstrich.

www.facebook.com/nebandimkornfeld

02.05.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 02.05.2012 - 17:42 Uhr

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