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Der Mai als Wannemonat

Body Voice Ensemble setzt Theaterbühne unter Wasser

Am morgigen Donnerstag, 10. Mai, lädt das Body Voice Ensemble des Tübinger Generationentheaters Zeitsprung zur Premiere in die Pfullinger „Ziegelhalle im Arbach“ ein: „0 - 100°/ geschmacklos-geruchlos-farblos-ungetrübt“ ist ein Kleinkunst-Abend zum Thema Wasser.

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Birgit Vey

Pfullingen/ Tübingen. Zwischen 40 und 85 Jahre sind die Schauspieler(innen) von Body Voice. Denn beim Generationstheater Zeitsprung spielt Alt und Jung zusammen. Texte und Lieder des neuen Programms haben sich die Schauspieler selbst ausgesucht. Oder Regisseurin Helga Kröplin machte Vorschläge. Gedichte von Heinz Erhard sind dabei, ebenso japanische Kurzgedichte. Abendregen heißt ein solches Haiku: „Der breitet sich auf dem Bananenblatt zuerst aus.“

Artikelbild: Body Voice Ensemble setzt Theaterbühne unter Wasser Auf dem Kurs zur Bademeisterschaft schlägt das Generationentheater Zeitsprung feucht-fröhliche Wellen. Bild: Vey

Die Szenen handeln alle irgendwie vom Wasser. In Wellenmeere, dargestellt durch blau-weiße Stoffbahnen, tauchen die Schauspieler ein. In einer anderen Szene werden die Zuschauer nach Paris zu einer Touristenführerin entführt. Die Seine stellt diese Führerin vor und romanische Einsprengsel runden die Szene ab.

Nach dem Motto „schön-schaurig-schräg“ arbeitet das Ensemble schon seit vielen Jahren. Regelmäßig proben die acht Schauspieler(innen) und alle zwei Jahre schält sich daraus eine Aufführung heraus. Professionell begleitet werden sie von Helga Kröplin, ehemals Regisseurin beim Landestheater, heute freiberufliche Stimm- und Sprachbildnerin. Schräges haben sich diese Schauspieler auch bei den Kostümen einfallen lassen. Badekappen kommen zum Einsatz, ebenso eine Badewanne. Ihr ganz eigenes Flair wird die Bademeisterin verströmen. Außerdem wird nicht nur auf dem Gerüst gespielt, das auf der Bühne aufgebaut wurde. Auch zwischen den Zuschauerreihen wird sich Body Voice bewegen.

Mit 85 Jahren ist Maya Haug die älteste Schauspielerin. Eine Perfektionistin. Immer wieder spricht sie ihre Gedichte ins Mikrophon. Doch irgendetwas findet sie auch beim wiederholten Vortrag falsch. Dabei ist Kröplin längst mit dem Ergebnis zufrieden.

Die Regisseurin bedauert allerdings, dass die ganz jungen Leute im Ensemble fehlen. „Früher hatten wir mehr Schüler und Studenten dabei“, erinnert sich Kröplin. Doch Schule und Studium verlangten von ihnen so viel Zeit ab, dass zum Spielen kein Raum mehr sei. Dennoch ist Kröplin mit ihrer jetzigen Truppe ganz zufrieden. „Spannend und inspirierend“, findet sie die Arbeit mit mehreren Generationen. „Das hat eine andere Qualität“, betont die 55-Jährige. „Hier schimmert Lebensweisheit durch.“ Auch glaubt Kröplin, dass das Spiel Ältere aktiv hält. Und selbst die jungen Spieler haben einen Gewinn: „Sie können sich ein anderer Bild von älteren Menschen machen.“

Alle zusammen werden im Mai auf der Bühne stehen: Achim Walzer, Anja Harden-Kirchner und Eva Renger sind dann zu sehen. Ebenso Eva Zeller, Inge Drews, Manfred Henze, Renate Boos und Ute Mertens. Geplant ist zudem eine weitere Aufführung – und zwar im Schwimmbad.

Die Aufführungen am Donnerstag, 10. Mai, sowie am darauf folgenden Freitag und Samstag beginnen jeweils um 20.30 Uhr in der Pfullinger Ziegelhalle.

www.generationentheater-zeitsprung.de

09.05.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 09.05.2012 - 15:51 Uhr

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