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Auch Frauen schlagen zu

Boxen nach der Gala: Wie beim SV 03 trainiert wird

Wer sich über den Halbwelt-Glamour während der Box-Gala vor einem Monat in der Tübinger Paul-Horn-Arena geärgert hat, sollte einmal das Training von Amateur-Boxern besuchen.

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Ein Donnerstag in der Sporthalle des Tübinger Wildermuth-Gymnasiums: 14 Sportler drehen in einigem Tempo ihre Runden, zehn Männer, vier Frauen. „Zügig gehen, kein Spaziergang“, ruft Esther Alisy. Die Co-Trainerin der Gruppe, macht gerade ihre Trainer-Lizenz. Sie baut zunächst Dehn- und Koordinationsübungen ein, dann ordnet sie Schlagtraining mit der Führhand an: „Gerade und explosiv!“ Auch die Jungs hören aufmerksam zu, wenn die zierliche Mössingerin die Arm- und Handstellungen korrigiert.

Trainerin und Talent: Esther Alisy kontrolliert die Schläge von Bilal El-Kurdi. Bild: Sturm Trainerin und Talent: Esther Alisy kontrolliert die Schläge von Bilal El-Kurdi. Bild: Sturm

Die Schlagserien dienen dazu, die Technik zu verinnerlichen. Dazu gehen die Trainierenden zu Paaren zusammen, im Bedarfsfall korrigieren sie einander. Alle tragen einen Mundschutz. Es kommt vor, dass sich Männer und Frauen in Boxhandschuhen gegenüber stehen. Wir hatten hier noch nie eine gebrochene Nase“, sagt Kerstin Sautter.

Die Sonnenbühlerin mag „das sich Einlassen und aufeinander Eingehen“, in der Tübinger Gruppe. Eines Tages schleppte sie Esther Alisy mit, die sie vom Thai-Boxen kannte. Das, sagt Alisy, habe sie auf der Suche nach einem Fitnesstraining für den ganzen Körper angefangen: „Jungs haben das Bedürfnis, sich zu raufen und rumzububeln. Das hatte ich als Mädchen auch.“

Amateurboxkämpfe empfinde sie als ästhetisch, sagt Esther Alisy. Natürlich war sie bei der Box-Gala in der Paul-Horn-Arena. „Das Thai-Boxen war gut, aber der Hauptkampf von Björn Blaschke ziemlich enttäuschend.“

Nun weist sie als Übungsleiterin an, die Führhand in Richtung Kopf und danach in Richtung Bauch schlagen. Sie wendet sich Bilal El-Kurdi zu. Der 14-Jährige ist der Jüngste dieser Trainingsgruppe und gilt als das große Talent des Vereins. „Er wird immer disziplinierter. Wir hoffen, dass er mal kämpft“, sagt Esther Alisy.

Es mache ihm nichts aus, mit Mädchen zu trainieren, „man muss halt mehr aufpassen“, sagt El-Kurdi. Er war acht Jahre alt, als er von seinem Vater, einem ehemaligen Box-Landesmeister im Libanon, beim SV 03 angemeldet worden war. Anfangs habe er nur an den Sandsäcken trainieren dürfen. Vor zwei Jahren habe sich einiges geändert – damals wurde Jörg Schwab Abteilungsleiter. „Ich habe zugehört und gemacht was er gesagt hat. Ich bin viel besser geworden“, sagt El-Kurdi.

Den ersten Kampf hat er noch vor sich. An den Ring will er sich in Vereinskämpfen gewöhnen, erst wenn er dann Erfahrung gesammelt hat, möchte er bei Turnieren starten. El-Kurdi sieht sich nicht als Einzelsportler: „Es ist toll, wenn Freunde dabei sind, die einem Tipps geben.“Michael Sturm

30.11.2011 - 08:30 Uhr

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