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Kommentar

Das Typische an Tübingen

Ich wohne mittendrin in einer der schönstmöglichen Städte und ich finde es wunderbar. Ich liebe die Stimmung am Morgen, wenn die Geschäfte öffnen und ich liebe das Menschengesumm an langen Sommerabenden auf dem Holzmarkt. Ich laufe immer noch sehr gerne durch die Platanenallee. Und dass man zwölf Jahre bevor Columbus nach Amerika gesegelt ist, an der Tübinger Burse mit Lehre und Forschung begonnen hat, beeindruckt mich wirklich.

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Andrea Bachmann

Deshalb frage ich mich, warum Tübingen das Beste, was es hat, so stiefmütterlich behandelt und stattdessen versucht, es mit den Einkaufsstädten Metzingen und Reutlingen aufnehmen zu wollen. In Tübingen geht man bummeln, nicht einkaufen. Geld lässt sich dabei übrigens mindestens genauso gut ausgeben.

Artikelbild: Das Typische an Tübingen Andrea Bachmann Archivbild

Zum Bummeln braucht es Atmosphäre und von der hätte Tübingen reichlich. Wären nicht immer mehr Müll und immer mehr Autos. Sicherlich ist Tübingen kein Kurort sondern eine Stadt voller junger und partyfreudiger Menschen und irgendwer muss auch die Milch für die Latte-Macchiato-Träumer anliefern. Ob ich angesichts der Tauben meine Toleranzgrenze ähnlich hoch ansetzen muss? Da pfeife ich lieber einen Chanson von Georg Kreisler.

Qualitätsverbesserung statt Quantitätsmaximierung – das gilt auch für die historische Altstadt. Sicherlich wird hier den Gästen eine Menge geboten, quirlige Märkte und Events wechseln einander fast nahtlos ab. Aber wichtiger als jedes Kaufrauschfestival ist dieses unnachahmliche Tübinger Flair, diese mediterrane Lässigkeit unter spätmittelalterlichem Fachwerk. Eine saubere Stadt voller Blumen und gepflegte öffentliche Plätze mit Sitzgelegenheiten sind dabei selbstverständlich.

Tübingen sollte das tun, was es am besten kann: eine malerische, romantische Universitätsstadt sein, die der Welt über Jahrhunderte hinweg eine Menge gegeben hat.

20.06.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 20.06.2012 - 17:51 Uhr

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