Easy-Rider-Romantik, Macho-Kult und kleine Machtspielchen
Etwa 500 Biker beteiligten sich am Samstag an einer Ausfahrt der Reutlinger Hells Angels ins benachbarte Tübingen.
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Matthias Stelzer
Knatternde Harley-Davidsons, Kutten, Tattoos – das Reutlinger Chapter der Hells Angels verwandelte die Reutlinger Seestraße am Samstag in ein Motorradfahrerlager. Die Rocker hatten wieder zu ihrer Ausfahrt „Ride with die Angels“ eingeladen.
Mit dem Motorrad-Konvoi wollen die Reutlinger Rocker eigenen Angaben zufolge Geld für eine Organisation gegen Kindesmissbrauch sammeln. Ein Anliegen, dem vor allem Kutten-Männer folgten – etliche von ihnen in T-Shirts mit der Aufschrift „Schießbefehl für Kinderschänder“. Hells-Angels-Chapter aus dem Land und darüber hinaus sowie befreundete Rocker-Klubs schickten ihre Members nach Reutlingen.
Ob die so entstehende Easy-Rider-Macho-Stimmung auch den mittlerweile verbotenen Hells Angels aus Pforzheim Unterschlupf bot, war nicht zu erkennen. Wohl aber, dass die Reutlinger um ihren Präsidenten Ingo Dura einmal mehr die Machtprobe mit der Polizei suchten. Die Veranstalter, die das Rotlichtmilieu dominieren und immer wieder durch Gewaltverbrechen auffallen, zogen den Start um über eine Stunde hinaus. Erst dann knatterten etwa 500 Biker gen Tübingen davon.
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