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Er trägt Hundeschuhe

Franz-Josef dribbelt am Tübinger Anlagensee

Gestatten: Franz-Josef. Der kleine, lebhaft-sympathische Mischlingshund wuselte bis Montag in und um Tübingen herum. Dabei zeigte er sich als modischer Trendsetter.

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Wiener Hundekicker in orangenen Schuhen: Es wird keinem gelingen, Franz-Josef diesen Ball ... Wiener Hundekicker in orangenen Schuhen: Es wird keinem gelingen, Franz-Josef diesen Ball abzujagen. Bild: Sturm

Die in leuchtendem Orange gehaltenen Schühchen des putzigen Vierbeiners fielen einigen Passanten auf. Erst recht, als Franz-Josef den Tennisball in einem Gebüsch am Anlagensee gefunden hatte: Der Racker dribbelte derart kunstvoll über die Grünflächen zwischen dem Uhland-Denkmal und der Unterführung zum Bahnhof, dass eine Berufung in die deutsche Hunde-Nationalmannschaft absolut gerechtfertigt wäre.

Allein Franz-Josef ist Österreicher, ein waschechter Wiener. Achim und Nina Tecklenburg, Herrchen und Frauchen von Franz-Josef, nahmen ihn zu sich, kurz nachdem sie ihren Lebensmittelpunkt in die österreichische Hauptstadt verlegten. „Die Wiener fahren voll auf seinen Namen ab. Für sie ist der Kaiser ja immer noch der Größte“, sagt Nina Tecklenburg.

Da der Kaiser, ähnlich wie im Märchen, immer wieder neue Kleider tragen möchte, hat Franz-Josef in Wien einen eigenen Kleiderschrank. Hier im Bild trägt er einen grün-weißen Schal, der ihn als einen Fan von Rapid Wien erkennen lässt. Den Schal habe die zwölfjährige Hundesitterin gestrickt, ebenso einen Strickpullover, der aber zu groß sei, sagt Nina Tecklenburg und fügt lachend hinzu: „Aber seinen Schal liebt Franz-Josef ganz doll.“

Der zwei Jahre alte Racker, dessen Vorfahren vermutlich Malteser und Yorkshire-Terrier, möglicherweise auch Chihuahuas waren, nennt außerdem eine warme Fleece-Jacke und einen wasserundurchlässigen Regenmantel sein Eigen, beides in schwarz: „Der Franz-Josef ist eben ein kleiner Hund mit kurzen Beinen“, erklärt Nina Tecklenburg. „Der bekommt immer sehr schnell einen nassen Bauch.“

Diese Kleidungsstücke sollen also dem Wohlbefinden des munteren Vierbeiners dienen, ebenso die Schuhe. Die hatte er an, weil auf den Tübinger Straßen Salz gestreut worden war. Das greift die Pfoten an. Nina Tecklenburg fand die Gummi-Überzieher als bezahlbare Familienpackung in einem Web-Shop. „Es gibt da ganz fette Schuhe mit Profil, ähnlich wie Trekking-Schuhe“, beschreibt Nina Tecklenburg, „aber das war uns zuviel. Da hätte Franz-Josef ja gar keinen Bodenkontakt mehr.“ Kostüme gebe es in diesem Versand, ja sogar Kosmetik für den Hund, eben „alles, was es für den Menschen auch gibt“, stellt Nina Tecklenburg fest.

Nach einer Woche in und um Tübingen fuhren Franz-Josef und die Tecklenburgs am Montag zurück nach Wien. Sie werden wiederkommen. Ciao und bá bá, Franz-Josef.Michael Sturm

22.02.2012 - 08:30 Uhr

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