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Martin Schaller: Neue Creme zur Behandlung von Rosazea

Hilfe für Patienten mit sensibler Haut

„Fluch der Kelten“ wird die Krankheit genannt. Denn besonders hellhäutige Menschen, die sehr lichtempfindlich sind, leiden an Rosazea. Gerötete Haut, Pusteln und Knötchen, meist im Gesicht, sind die harmloseren Formen. Aber auch Augen können sich entzünden. Und von der schlimmsten Form, der Knollennase, sind besonders Männer betroffen. Wir sprachen mit Martin Schaller, leitender Oberarzt an der Tübinger Hautklinik, über eine Hautkrankheit, die jeden zehnten Bundesbürger befällt.

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TAGBLATT ANZEIGER: Wie kommt es zu dieser Krankheit?

Martin Schaller berät Patienten, die unter lichtempfindlicher Haut leiden. Bild: Vey Martin Schaller berät Patienten, die unter lichtempfindlicher Haut leiden. Bild: Vey

Schaller: Sie entsteht bei lichtempfindlichen Menschen, deren Blutgefäße stärker reagieren, was zu Entzündungen führt.

Worauf sollten Erkrankte achten?

Beim Essen sollte man auf alles verzichten, was die Gefäße erweitert. Alkohol, heiße und scharfe Speisen zählen dazu. Auch starke kalt-warm-Schwankungen lassen die Rötungen aufflammen. Etwa, wenn man im Winter draußen spazieren war und dann in einen geheizten Raum kommt. Empfehlenswert ist zudem, morgens eine Sonnenschutz-Creme aufzutragen.

Rosazea ist eine chronische Krankheit. Heißt das, das man als Erkrankter zeitlebens mit den Rötungen oder anderen Symptomen leben muss?

Ganz zum Verschwinden bringt man die Krankheit nicht. Aber es gibt Hilfen. So können Rötungen mit einer Laser-Therapie für einige Zeit entfernt werden. Die Pusteln und Knötchen lassen sich gut mit Antibiotika-Cremes und Tabletten behandeln. Danach kann man die Creme auch prophylaktisch einsetzen. Auch bei der oft nicht erkannten Augen-Rosazea helfen antibiotische Tabletten. Die Knollennase lässt sich schlecht mit Medikamenten beheben. Hier ist in der Regel eine Operation nötig.

Können auch Cortison-Cremes helfen?

Cortison unterdrückt die Entzündung. Das bringt nur am Anfang Erfolge. Doch im Laufe der Zeit gewöhnt sich der Körper an das Mittel und die Knötchen und Pusteln verschlechtern sich.

Wie sehr nagen diese Pusteln und Rötungen an der Psyche ?

Für manche ist dieses Aussehen extrem belastend, wirkt sich auf die sozialen und beruflichen Kontakte aus. Andere wiederum stört es gar nicht. Besonders Frauen haben mit dieser Krankheit Probleme und lassen sich deshalb häufiger als Männer behandeln.

Sie möchten in Ihrer Studie eine neue Creme testen. Worum geht es?

Dabei geht es um eine Creme mit einen neuen Wirkstoff gegen Milben, um die Papeln und Pusteln zu behandeln. Wir suchen daher solche Patienten mit mehr als 15 Papeln, die unbehandelt sind. Bei reinen Rötungen ist diese Therapie jedoch unwirksam.

Fragen von Birgit Vey

02.01.2013 - 08:30 Uhr | geändert: 02.01.2013 - 15:28 Uhr

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