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Sieben für Courage

Jubiläum: Der zehnte Lilli-Zapf-Jugendpreis

Zum zehnten Mal wird am morgigen Donnerstag, 27. Januar, der Lilli-Zapf-Jugendpreis verliehen. Der Tübinger Verein Courage hat sieben Bewerbungen erhalten. Zusammen mit dem Tübinger Jugendgemeinderat wird er einen oder mehrere Preisträger ermitteln.

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Tolga Öngören, einstiger Trainer der Walter Tigers, war 2009 Festredner bei der ... Tolga Öngören, einstiger Trainer der Walter Tigers, war 2009 Festredner bei der Lilli-Zapf-Preisverleihung. Archivbild: Metz

Tübingen. Eine Schülerband der Tübinger Hauptschule Innenstadt war 2002 die erste Preisträgerin des Lilli-Zapf-Jugendpreises. Die Geschwister-Scholl-Schule folgte mit einem Mentorenprojekt „Sozialcourage“, im Jahr darauf rappte sich das Musikprojekt „Beatz4peace“ an die Spitze.

Lilli Zapf Bild: Archiv Lilli Zapf Bild: Archiv

Die Online-Jugendberatung „Youth-life-line“ erhielt 2006 den Zuschlag. Sie unterstützt Jugendliche in Lebenskrisen. Und für ihr Engagement in der Asylpolitik, gegen Sozialabbau und gegen Rassismus wurde 2007 die Freie Schüler/innen Organisation (FSO) ausgezeichnet. Es sind stets politische oder soziale Jugendprojekte, die couragiertes Handeln Jugendlicher voraussetzen – und mit dem Preis belohnt werden. So der Anspruch des Tübinger Vereins Courage und des Jugendgemeinderats, die sich gemeinsam auf die Preisträger einigen.

Vorbild für den Preis ist Lilli Zapf. Sie begann Anfang der 60er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts trotz zahlreicher Anfeindungen die Geschichte der während des Nationalsozialismus aus Tübingen vertriebenen Juden zu erforschen. Lilli Zapf zeigte couragiertes Verhalten in einer Zeit, die ihre Vergangenheit kaum ansatzweise bewältigt hatte, und in der „alte Kämpfer“ wieder in guten Positionen arbeiteten. 1974 veröffentlichte sie ihr Buch „Die Tübinger Juden“, das 2008 neu aufgelegt wurde.

So würdigen Verein und Jugendgemeinderat alljährlich ehrenamtliches Engagement von Jugendlichen, die sich im sozial- oder gesellschaftskritischen Sinne gegen Rassismus und Diskriminierung einsetzen.

Verliehen wird der Preis stets am 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Zum Jubiläum hat der Verein das Preisgeld um 500 Euro auf 1500 Euro erhöht. Sieben Bewerbungen sind eingegangen. Darunter sind drei aus dem Steinlachtal, vier aus Tübingen.

Zwei Videoprojekte sind dabei, vom Tübinger Jugendhaus Epple (Thema „Courage“) und vom Jugendhaus Dußlingen (Thema „Mobbing“). Gleich mit zwei Beiträgen ist Gomaringen vertreten, und das Tübinger Carlo-Schmid-Gymnasium hat sich mit „Carlo gegen Rechts“ (Ausstellung, Theaterstück und Diskussion) beworben.

Der zehnte Lilli-Zapf-Preis wird am Donnerstag, 27. Januar, um 18 Uhr im Tübinger Landratsamt verliehen. Die Veranstaltung ist öffentlich, alle sieben Projekte werden vorgestellt. Für die Musik sorgt das Rap-Duo „Reimreich“, Preisträger von 2010. Manfred Hantke

26.01.2011 - 08:30 Uhr

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