Jürgen Sturm war beim Neil Young-Festival in Thüringen dabei
Was vor drei Jahren noch als eingeschworenes Treffen der „Human Highway Mailing Liste“ (des deutschen Ablegers des größten amerikanischen Neil Young-Fanclubs) begann, fand seinen bisherigen Höhepunkt in Pößneck/ Thüringen.
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Pößneck. Der Tübinger Musiker Jürgen Sturm ist ein Neil Young-Fan durch und durch. Wer ihn auf der Bühne dessen Songs singen hört, wird das bestätigen. Kein Wunder also, dass Sturm (fast) überall dort ist, wo Neil Young zu Ehren gespielt wird. So war er im vergangenen Jahr beim „Rock the Canyon“-Festival im Thüringischen Kieselbach als „Special Guest“ dabei und legte als „Newcomer“ in der deutschen Neil-Young-Szene einen Soloauftritt hin.
Und in diesem Jahr ließ sich Sturm das „Rock The Garden“-Festival am 20. und 21. August im Pößnecker Lutschgenpark nicht nehmen. Auf dem einstigen Landesgartenschaugelände legten die Initiatoren das Festival eine ganze Nummer größer an. Veranstalter war die Stadt Pößneck. So versammelten sich an den beiden Tagen rund 1500 Neil-Young-Fans aus dem gesamten Bundesgebiet. Dazu acht hochkarätige Bands und Musiker, die sich zum Teil als Neil-Young-Coverbands verstehen – wie etwa „Eric Rust & The Never Sleeps Band“ aus Würzbung oder „Helpless“ aus Bamberg. Es kamen aber auch Bands, die zwar Neil Young im Programm haben, aber darüber hinaus gestandenen Bluesrock spielen, wie die „Bozz Rockband“ aus dem Thüringischen Sömmerda.
Der Tübinger Sturm war in diesem Jahr zum zweiten Mal dabei. Ihn faszinierte die „einzigartige Atmosphäre“ dort. Fans, Besucher und Bands tauschten sich immer wieder aus, saßen in Gruppen zusammen und diskutierten: Junge, Alte, Hippies, auch Gutsituierte und Leute im Schottenrock. Sturm: „Da kam ein Touch von Woodstock auf.“
Im Inferno geendet
Der Tübinger stand gar zweimal auf der Bühne, Freitagabend als letzter Act von 0.30 bis 2 Uhr zusammen mit der „Human Highway Allstar Band“ (mit dabei der Hamburger Wolfgang Michels), und am Samstagmorgen zur Einstimmung in den zweiten Festivaltag um 11 Uhr solo mit akustischer Gitarre. Begleitet hat ihn dabei Partnerin Doris alias „Mary Jane“ am Cajon. Der Gig am Freitagabend hatte für den Tübinger „etwas ganz Besonderes“, denn er hatte sich nie zuvor mit der Band auf einer Bühne getroffen. Sie kannten sich kaum, hatten noch nie zusammen geprobt.
Eineinhalb Stunden lang spielten sie Neil Young-Songs und brachten die Menge vor der Bühne zum Toben. Wie die Besucher, die hinterher das „All Star“-Konzert als „musikalisches Feuerwerk“ beschrieben, das abgebrannt wurde und „in einem Inferno endete“, so empfand es auch Sturm: laut, roh, aus dem Bauch heraus und musikalisch hochwertig.
Zu Ehren Rio Reisers
Mit Wolfgang Michels auf der Bühne zu stehen, war für Sturm denn auch eine „große Ehre“. Michels hat schließlich mit Rio Reiser zusammengearbeitet, als der noch Sänger von „Ton Steine Scherben“ war. Am Todestag von Reiser, dem 20. August, spielten sie „Bald Zuhause“. Ein Stück, zu dem Michels die Musik und Rio Reiser den Text gemacht hatte.
Bei den Neil Young-Krachern übernahm Michels dann hauptsächlich den Part des Harmoniegesangs und überließ die Leadvocals und die Soloeinlagen Jürgen Sturm und den anderen „Gitarrenheroes“. Nachdem Sturm mit Wolfgang Michels und seinem Plattenlabelmanager noch die Nacht bis 6 Uhr früh zusammengesessen hatte, stand er um 11 Uhr „solo mit Mary Jane“ wieder auf der Bühne. Neben den „Perlen der akustischen Rockmusik“ spielten sie auch viele eher seltene Stücke wie etwa „Cathedral“ von Graham Nash oder „Shine on you crazy diamond“.
Auch im kommenden Jahr ist wieder ein Neil Young-Treffen geplant, das nächste der „Human Highway Mailing Liste“ mit zwei Tagen Rockmusik vom Feinsten – entweder wieder in Pößneck oder vielleicht in der Bundeshauptstadt Berlin. Wie es aussieht, wird Sturm nicht mehr nur solo oder in einer „All Star Band“ am Start sein, sondern mit seiner Tübinger Band „Powerfinger“ – der einzigen Neil Young-Tribute-Band im „Wilden Süden“.
Das „Rock the Garden“-Festival in Thüringen wird demnächst in Tübingen fortgesetzt, wenn auch in kleinem Rahmen: Statt eines Konzerts der Sturm-Band „Powerfinger“ am Samstag, 27. November, im Tübinger Irish Pub „Saints & Scholars“ gibt es ein Doppelkonzert mit der Neil Young Coverband „Helpless“ aus Bamberg. TA