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Infos statt Klischees

Melanie Mosher klärt Schüler über die USA auf

Wenn Melanie Mosher Schulen besucht, dann ist Amerika zu Gast in den Klassenzimmern. Sie erzählt von ihrer Heimatstadt New York und beantwortet Fragen zu den USA. Möglich wird dies durch das Projekt „Rent an American“ („Miete einen Amerikaner“), das vom Tübinger Deutsch-Amerikanische-Institut (d.a.i.) in Zusammenarbeit mit dem Carl-Schurz-Haus Freiburg und dem Deutsch-Amerikanischen Zentrum in Stuttgart angeboten wird.

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Melanie Mosher informiert an Schulen über das amerikanische Gesundheitssystem. Bild: Vey Melanie Mosher informiert an Schulen über das amerikanische Gesundheitssystem. Bild: Vey

„Wie ist denn Manhattan?“, lautete eine Frage, die Melanie Mosher oft gestellt bekommt. Schmunzelnd klärt die 22-jährige Amerikanerin das Missverständnis auf. Denn der New Yorker Stadtteil Manhattan ist meilenweit von ihrem Heimatort Batavia entfernt. Mosher lebt im Bundesstaat New York und muss eine achtstündige Autofahrt bewältigen, um in die Weltstadt New York zu gelangen.

Todesstrafe in der Kritik

Schon in zahlreichen Realschulen und Gymnasien hat die Amerikanerin ihr Land vorgestellt. Wobei die Jugendlichen eine Frage brennend interessiert: „Kennen Sie persönlich Justin Bieber?“ Doch da muss die Studentin passen. Den Pop-Sänger, der in seinem Heimatstaat Kanada den ersten Platz der Albumcharts ergatterte, kann sie gar nicht treffen. Schließlich sind es von Batavia bis zur kanadischen Grenze 45 Kilometer.

Land und Leute stellt Mosher auch älteren Menschen bei Volkshochschul-Veranstaltungen vor. Dann ist auch die Todesstrafe ein Thema. „Ich erkläre, dass viele amerikanische Staaten entweder keine Todesstrafe haben oder sie nicht anwenden“, erklärt Mosher. Eine Ausnahme sei jedoch der Bundesstaat Texas, wo die Todesstrafe auch ausgeführt werde.

Die Studentin diskutiert auch über das amerikanische Gesundheitssystem. In den USA gibt es keine staatliche Krankenversicherung wie in Deutschland. Zwar sind die meisten Amerikaner privat versichert. „Aber diese Privatversicherungen sind sehr teuer und viele Amerikaner können die Rechnungen nicht bezahlen“, stellt sie fest. Dabei kann sie auch über persönliche Erfahrungen berichten. Denn die junge Frau musste sich schon einen Herzschrittmacher einsetzen lassen. Trotz einer privater Krankenversicherung musste sie dafür noch 10 000 Dollar selbst bezahlen.

Die bessere Erdnußbutter

Bei ihren Gesprächen zerstört Mosher manches Klischee. Etwa, dass sich Amerikaner nur von Fast Food ernähren. Und sie berichtet Privates: Mit einer Powerpoint-Präsentation stellt sie sich, ihre Eltern, das Haus und ihre vier Katzen vor. Und sie betont, dass die amerikanische Erdnußbutter besser schmeckt als die deutsche.

Melanie Mosher spricht In ihrer Landessprache und antwortet auf englisch. Erst am Unterrichtsende lüftet sie ihr Geheimnis: Sie studiert Germanistik an der Valparaiso University in Valparaiso, Indiana (bei Chicago). Sie spricht also fließend Deutsch und versteht alles, was während des Schulstunde gesagt wird.

Finanziell gefördert wird „Rent an American“ in erster Linie von der Robert Bosch Stiftung, die unter anderem die Reisekosten übernimmt. Denn neben Tübingen und Reutlingen fährt Mosher auch bis nach Ludwigsburg.

Mosher ist ein Deutschland-Fan, der die Kultur und die Menschen schätzt. Nur eins missfällt ihr: „In Deutschland können die Leute nicht richtig anstehen. Ich vermisse die ordentlichen Schlangen, wie sie an der Kasse oder vor dem Bus in Amerika üblich sind.“ Birgit Vey

Lehrkräfte können amerikanische Studenten unter www.rentanamerican.de. buchen.

07.07.2011 - 08:30 Uhr | geändert: 07.07.2011 - 17:51 Uhr

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