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Landschaft lesen lernen

Neckarlandschaftsführerinnen wandern durch Natur und Kultur

Aus Floristinnen und Philosophinnen, Historikerinnen und Biologinnen setzt sich das Team der Neckarlandschaftsführerinnen zusammen. Sie starten jetzt mit Tourenangeboten in ihre erste Saison, um Gästen und Einheimischen Natur und Kultur der Neckarlandschaft näher zu bringen.

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Tübingen. „Warum ist es hier so schön?“ fragt Landschaftsführerin Monika Hummel ihre Gäste, die mit ihr den Kapellenberg hinauf zur Wurmlinger Kapelle laufen und bei einer Verschnaufpause den Blick schweifen lassen. Die Frage beantwortet sie gleich selbst: „Weil es hier so viel von allem gibt!“ Die besondere kleingliedrige Landschaft des Neckartals zwischen Tübingen und Horb hat tatsächlich viel zu bieten: Blumenwiesen und Baggerseen, eine einzigartige Flora und Fauna und eine spannende Geschichte voller Geschichten, Mythen und Legenden.

Lias, Keuper, Malm – ein Spaziergang über den Wurmlinger Kapellenberg ist mit den ... Lias, Keuper, Malm – ein Spaziergang über den Wurmlinger Kapellenberg ist mit den Neckarlandschaftsführerinnen eine Zeitreise durch das süddeutsche Schichtstufenland. Bild: Bachmann

Die Neckarlandschaftsführerinnen kennen sich aus mit Keuperstufen und ungarischen Platterbsen, mit Keltengräbern und Eisvogelflugbahnen. Ihr Wissen geben sie gerne weiter: „Neubürger, Familien, Schulklassen“, zählt Anke Kiehl-Jassmann einen Teil der Gruppen auf, die mit ihr die hügelige Landschaft zwischen Neckar und Ammer erkunden wollen.

„Landschaft lesen lernen“ – das ist es, was Monika Laufenberg den Teilnehmern ihrer geführten Sonntagsspaziergänge etwa rund um Börstingen beibringen möchte.

Wem der Spaß an der Entdeckungsreise zwischen Glatthafer- und Streuobstwiese bei naturkundlichen Wanderungen früherer Zeiten abhandengekommen ist, weil sich die Naturpädagogik auf das bloße Auswendiglernen von möglichst vielen Tier- und Pflanzenarten beschränkt hatte, kann sich jetzt auf eine genussvolle Mensch-Natur-Begegnung freuen. „Ich möchte, dass sich meine Gäste von der Magie der Bäume verzaubern lassen“, meint Christiane Kisling-Schwan, mit der man auf dem Spitzberg auf die Jagd nach „wilden Tieren“ gehen kann, bevor man im Hofgut Schwärzloch beim Blick aufs Ammertal die Seele baumeln lässt.

Eine literarische Reise „hier, jetzt, draußen“ bietet Dagmar Mirbach auf ihren Entdeckungsreisen an, die sie in Begleitung von Dichtern und Denkern unternimmt, die Stadt, Land und Fluss zwischen Neckar, Ammer und Steinlach geprägt haben. Ein besonderes Naturerlebnis für all diejenigen, die lieber mit einem Buch als mit einer Becherlupe unterwegs sind. Information, Genuss, Entspannung, Erholung: Eine Tour mit den Neckarlandschaftsführerinnen vermittelt jede Menge neuer Erfahrungen.

Fichten kennt jeder. Marmelade auch. Aber „Fichtennadelg’sälz“? Und wer hat schon einmal den Lindwurm im Ammertal gesehen? Auf Streifzügen durch ein wahrhaft paradiesisches Blütenmeer oder quer durch die schwäbische Erdgeschichte macht die Botanikerin Hiltrud Wilhelmi auf die verwunschene Romantik direkt vor der Tübinger Haustür aufmerksam.

Worum geht es den Neckarlandschaftsführerinnen neben der Freude an der zauberhaften Landschaft des Neckartals besonders? „Unsere Rolle als Landschaftsführerinnen besteht vor allem darin, die immer heftigere Wissenserosion der Menschen um die Natur zu stoppen“, ist Manuela Günther überzeugt. „Nur wenn Menschen Natur erleben, erfahren und verstehen, sind sie auch bereit, etwas dafür zu tun, um diese Lebensgrundlagen zu erhalten.„

Andrea Bachmann

11.04.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 11.04.2012 - 14:18 Uhr

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