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Das Tübinger Original mit dem weltoffenen Herzen

Oma Emma ist im Alter von 92 Jahren gestorben

Oma Emma gehörte zu den Tübinger Originalen, die das Stadtbild und vor allem die fröhliche Atmosphäre im Safran geprägt haben. Seit der Gründung des Spezialitätengeschäftes vor mehr als 20 Jahren hat sie fast jeden Tag zusammen mit ihrem Sohn Gerhard sowie dessen Frau Shirin und deren Kindern Mina und Aria die Kunden bedient.

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Am 28. Juni ist Emma Krauß im Alter von 92 Jahren gestorben. Darüber trauern nicht nur ihre zwei Kinder, die fünf Enkel und die Urenkelin sowie ihr Kater Karle. Mehr als 150 Trauergäste haben am Donnerstag bei der Beerdigung auf dem Bergfriedhof von ihr Abschied genommen. Sie war wegen ihrer offenen Art sehr beliebt. Gern hielt sie mit den Kunden ein Schwätzle und erzählte ein Witzle - in dem für sie typischen herzhaften schwäbisch. Mit selbiger Mundart konnte sie auch sehr direkt ihre Meinung sagen. Etwa, wenn sie mit ihrem Rollator über das Kopfsteinpflaster schaukelte und dabei über die Barrieren der Altstadt schimpfte. Oder als sie 2007 die Unterschriftensammlung gegen die Abschiebung der vietnamesischen Familie Tran unterstützte und sich beim Regierungspräsidenten für eine Aufenthaltserlaubnis einsetzte. Als gute Verkäuferin, „die bis zu ihrem Tod für andere nützlich sein wollte“, charakterisiert Mina Krauss ihre Oma. Obwohl die Not der Kriegs- und Nachkriegszeit die Mentalität der sparsamen Schwäbin beeinflusst hat, konnte sie das Leben auch genießen. Eine besondere Schwäche hatte sie für Süßigkeiten. Weshalb ihr Lieblingsplatz im Laden hinter der Pralinentheke war. Und obwohl Oma Emma ihr langes Leben lang kaum einmal aus Tübingen heraus kam, hatte sie einen internationalen Horizont und viele Freunde aus den unterschiedlichsten Kulturen. zba / Privatbild

Artikelbild: Oma Emma ist im Alter von 92 Jahren gestorben
11.07.2012 - 08:30 Uhr

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