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Kostenlose Busse mit Anhänger

Tübinger Jugendstadträte entwickeln Visionen für mehr Mobilität

Jugendliche sind viel unterwegs. Morgens geht’s zur Schule, nachmittags zum Shoppen, abends zum Freunde besuchen oder in die Disco. Drei Mitglieder des Tübinger Jugendgemeinderats fordern deshalb Mobilität zum Nulltarif.

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Anselm Fliethmann (von links), Jakob Jäger und Benjamin Dietrich vom Tübinger Jugendgemeinderat ... Anselm Fliethmann (von links), Jakob Jäger und Benjamin Dietrich vom Tübinger Jugendgemeinderat kritisieren die Preise der öffentlichen Verkehrsmittel. Bild: Vey

Tübingen. Sieben Nachtbusse bietet Tübingen an, die neben den Stadteilen auch zu Orten wie Rottenburg, Mössingen, Bodelshausen und Gomaringen fahren. „Wir sind froh, dass es sie gibt“, betonen Benjamin Dietrich, Anselm Fliethmann und Jakob Jäger, die zum Tübinger Jugendgemeinderat gehören. Bis um 2.55 Uhr sind diese Busse donnerstags, freitags und samstags im Einsatz. Allerdings wünschen sich die drei Mitglieder des Jugendgemeinderates, dass die Busse in den Ferien auch dienstags und mittwochs fahren. „2009 wurde es ausprobiert. Die Busse waren gut ausgelastet“, betonen Dietrich und Fliethmann.

Tickets zu teuer

Ärgerlich finden die drei aber die Fahrpreise. Gerade für Jugendliche, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, weil sie aufgrund ihres Alters noch keinen Führerschein besitzen, „sind die Einzelfahrkarten zu teuer.“ Zwei Euro muss man ausgeben. Ungerecht sei außerdem die Schülermonatskarte, die 34 Euro kostet, während Studenten für das sechsmonatige Semesterticket nur 55,40 Euro zahlen.

Artikelbild: Abenteuerlich, aber nicht unmöglich: Auf zwei Rädern sicher durch den Winter

Diese hohen Fahrpreise, vermuten sie, sorgen dafür, dass viele Jugendliche lieber mit dem Fahrrad unterwegs sind, - auch im Winter. Trotz Schnee und Kälte sei es das beliebteste Verkehrsmittel bei Jugendlichen. Und so sind Fliethmann, Jäger und Dietrich ebenfalls in der kalten Jahreszeit per Pedes unterwegs. Deshalb wissen sie, was im Winter für Gefahren lauern. „Die Fahrradwege werden nicht gestreut oder von den Räumungsfahrzeugen von Schnee befreit“, kritisieren sie.

Bike im Bus

Weil das Rad für Jugendliche so wichtig ist, halten es die drei auch für wünschenswert, dass Bus und Fahrrad-Mitnahme besser kombiniert würden. Denn zur Zeit dürfen Räder nur in bestimmten Buslinien mittransportiert werden - nur nach 19 Uhr und wenn kein Kinderwagen den Platz beansprucht.

Wer beispielsweise auf der Wanne oder auf Waldhäuser Ost wohnt und morgens mit dem Rad zur Schule fährt, hat deshalb nachmittags Probleme, nach Hause zu kommen. „Diesen Anstieg mit dem Fahrrad zu bewältigen heißt, dass man anschließend duschen gehen kann“, umschreibt es Jäger, der den Weg zur Wanne aus eigener Erfahrung kennt.

Deshalb schlagen die Jugendlichen ein Modell vor, das rund um die Uhr funktionieren würde und nicht in Konkurrenz zu den Kinderwägen stünde: Busse mit Fahrrad-Gestellen oder Anhängern. Und eine weitere Vision würden die drei Abiturienten gerne verwirklicht sehen: Dass die öffentlichen Verkehrmittel kostenlos zur Verfügung stehen. Birgit Vey

01.12.2010 - 08:30 Uhr

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