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Die Welt ist voller Muster

Veronika Störr fertigt Textilien für Haus, Büro und Kirche

„Beim Patchwork werden einzelne Stoffstücke zusammen gesetzt, beim Quilten verschiedene Schichten miteinander verbunden“, erklärt Veronika Störr den Unterschied zwischen den beiden Techniken. So entstehen ungewöhnliche Kunstwerke aus Leinen und Baumwolle, Seide und Wolle.

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Tübingen. Die Technik ist alt und kommt aus Amerika. Die Tischläufer und Kissenbezüge, Decken und Stolen, die in Veronika Störrs Atelier in Derendingen entstehen, bestechen durch ihre klassische und kühle Modernität und erinnern mit ihren geometrischen, kleinteiligen Mustern und den klaren Farben viel mehr an Japan oder Skandinavien – Länder, in denen die Grenze zwischen Kunst, Kunstgewerbe und Design noch fließend ist.

Artikelbild: Veronika Störr fertigt Textilien für Haus, Büro und Kirche

Veronika Störr fertigt Textilien für Haus und Büro an, wozu Tischläufer und Kissenbezüge ebenso zählen wie ihre Stolen für Stühle: „Die hängen einfach als dekoratives Gestaltungselement über der Stuhllehne, wärmen bei einer allzu fleißigen Klimaanlage im Besprechungszimmer aber auch die Schultern“, beschreibt die Textildesignerin ihre Erfindung.

Veronika Störr in ihrem Atelier in Derendingen. Veronika Störr in ihrem Atelier in Derendingen.

Alles entsteht in Handarbeit, jedes Stück ist ein Unikat. Etwas ganz Besonderes sind die Stolen, die die Textilkünstlerin für Diakone und Priester anfertigt. „Ein liturgisches Gewand sollte etwas ganz Eigenes und Persönliches sein, das den Glauben in einem stimmigen Bild zum Ausdruck bringt“, ist Störr überzeugt. Deshalb gestaltet sie solche Dinge auch nur auf Anfrage, in enger Abstimmung mit ihrem Auftraggeber und unabhängig von ihrer übrigen Kollektion.

Störr kommt aus einer kreativen Familie: Die Großmutter war Schneiderin, der Vater Schreinermeister, die Mutter hatte einen Laden für Kunstgewerbe. „Ich nähe, seit ich eine Schere halten kann“, grinst die Mutter dreier erwachsener Kinder.

Als die Kinder noch klein waren, hatte sie bereits eine kleine Firma und entwarf und schneiderte Baby- und Kindermoden. Dann eröffnete die gelernte Physiotherapeutin einen „Bewegungsraum“ und bot über zehn Jahre lang Fitnesskurse, Personal Training und Nordic Walking an. Irgendwann merkte sie: „Das passte nicht mehr. Ich musste mich wieder neu erfinden.“

Ihre vielen Ideen findet Störr buchstäblich im Vorbeigehen: „Die Welt ist voller Muster und Farben“, schwärmt sie. Bodenbeläge wie Kopfsteinpflaster oder Terrazzo-Fliesen, das Astwerk eines Baumes oder eine Backsteinmauer, all das wird in die ausgefallenen und zeitlosen Kreationen hineingenäht.

Material und Farben der Stoffe richten sich nach dem, was der Großhändler im Angebot hat, manchmal findet Störr im Urlaub etwas Einzigartiges. Leinenstoffe in Grundfarben machen ihre Sachen zeitlos, modisch aktuelle Farben und Stoffe sorgen dafür, dass die Arbeiten Designerstücke werden.

Störr schwärmt besonders für japanische Baumwolle mit traditionellen Sashiko-Mustern. Sashiko ist eine traditionelle japanische Sticktechnik, bei der mit einfachen Vorstichen gearbeitet wird – ursprünglich mit weißem Garn auf dunkelblauem Grund oder umgekehrt. Die schlichten, klaren Strukturen, Formen und Farben lassen sich gut miteinander kombinieren. Der Wilde Westen trifft so den Fernen Osten: Die von Hand genähten Teile werden mit Sashikostichen gestickt, Knötchen verbinden die einzelnen Stofflagen und kleine Schlaufen sind nicht nur Veronika Störrs Erkennungszeichen, sondern erinnern in ihrer Einheit von Form und Funktion an Shakerhandwerk.

Wer die Arbeiten von Veronika Störr anschauen möchte, kann dies in ihrem Atelier in der Primus-Truber-Straße in Derendingen tun oder im Modeatelier von Ursula Falter in der Aixer Straße. Die beiden Frauen haben sich seit ein paar Monaten zu einer Ladenkooperation zusammengeschlossen.

Andrea Bachmann

15.02.2012 - 08:30 Uhr

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