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Wurzeln. Ein Lebensbuch

Ein Lebensbuch nennt Leila Adjemi den von ihr herausgegebenen Band „Wurzeln“ – es ist ein Genre, das schwierig einzuordnen ist, jedenfalls das Umfassende des Anspruchs und Ansatzes beschwören soll (Klöpfer & Meyer Verlag, 22 Euro). Leila Adjemi hat einen tunesischen Vater und eine österreichische Mutter. Nach dem Abitur in Stuttgart hat sie in Tübingen eine Tanzschule aufgemacht, in der sie den Flamenoco weiter gibt. Als Tänzerin hat Adjemi eine sehr starke auratische Präsenz.

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Als Lehrerin beobachtet sie, wie sich ihre Schüler verändern: Charisma kann man lernen. Die Einsicht setzt sie um als Coach für Führungskräfte.

Artikelbild: Wurzeln. Ein Lebensbuch

Da geht es um „Wieder Land gewinnen“ und „Zurückgewinnen der Bodenhaftung“, „das zutiefst existenzielle Gefühl des Geerdet-seins“, wie es Adjemis Mentor Werner G. Faix formuliert.

Was Leila Adjemi mit ihrer Schönheit und Eleganz einfach zeigen kann, wirkt ausformuliert leicht hölzern, zuweilen unfreiwillig komisch, vor allem bei den Mitautoren, meist Tübinger Therapeuten, Coaches und Kampfsporttrainer. Dass die Geburt „ein In-Beziehung-Gehen mit dem Leben“ ist, hätten wir nicht vermutet. Überhaupt wird viel bedeutet mit dem Bindestrich: Be-Gründung, Stehen und Ver-Stehen. Ist die Rede von Therapie oder Strategie? Jedenfalls bewegt man sich hier in der dünnen Luft ganz oben bei den Führungskräften. Dort gibt es keinen Boden mehr, nicht einmal Objektivität, sagt Thomas Vogel, der vor blinden Spiegeln auch gar keine Angst hat: „Also schaff dir ein Ich, das dir entspricht, bei dem du dich wohlfühlst, authentisch auf dich wirkst.“

Der Dichter Walle Sayer sagt dazu schelmisch: „Sag Boden statt Erdreich/ und schon stehst du woanders.“ Und wer nicht aufpasst, steht schnell auf wackligem Boden.

fk

21.03.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 21.03.2012 - 18:47 Uhr

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