per eMail empfehlen


   

Fußballer-Spitznamen, Folge 100

Der Hülle entwachsen: Gunter Schmid

Früher machte Gunter Schmid gegnerische Strafräume unsicher, heute ist er Bürgermeister – der hundertste Artikel unserer Serie über Fußballerspitznamen.

Anzeige


Michael Sturm

Der Schwabe bezeichnet Kinder mit viel Energie gern einmal als Fetz. Auf diesen Spitznamen, den er in früher Kindheit erhielt – ohne zu wissen, warum eigentlich – hörte Gunter Schmid im Kreis der Fußballer des SV Wachendorf.

Fetz. Archivbild: Mozer Fetz. Archivbild: Mozer

Zum SVW kam Schmid mit neun, über den „Bätza-Karle“ Schüle: „Mit ihm kam Jugendfußball nach Wachendorf.“ In den ersten Jahren sei er „ein absoluter Mitläufer“ gewesen, erzählt Schmid, der zunächst mit einer „korpulenten Hülle“ zu kämpfen hatte. Als sich die Gewichtsprobleme verliefen, begann eine unbeschwerte Zeit: „Mit 15, 16 habe ich mir nie die Frage gestellt, ob ich überhaupt Bock auf Training habe.“ In dieser Zeit kämpften die Wachendorfer mit dem TuS Ergenzingen um die regionale Vorherrschaft. In der A-Jugend wurde der SVW Meister der Bezirksstaffel und bestritt Spiele um den Aufstieg in die höchste Jugendklasse. „Wir waren nicht traurig, dass wir es nicht geschafft hatten – für die meisten von uns war es das letzte Jahr in der Jugend“, erinnert sich der heute 42-Jährige.

Wie sein Vater „Polizischtle“ Rolf, spielte Gunter Schmid Libero, überließ die Kopfbälle jedoch stets seinem Vorstopper Micha Weihing. „Unten haben wir gemeinsam aufgeräumt“, sagt Schmid. Seine aktive Karriere beim SVW und dann in einer Saison bei Verbandsligist VfL Herrenberg endete, als er vor dem Staatsexamen an der Verwaltungshochschule Ludwigsburg stand.

Zufälligerweise fand Schmid seine erste Stelle im Liegenschaftsamt der Stadt Herrenberg, ehe er zum Kämmerer der Gemeinde Neustetten aufstieg. In jener Zeit spielte er wieder aktiv, als Spielertrainer seines Heimatvereins SV Wachendorf. Kurz ehe er zum Bürgermeister von Neustetten gewählt wurde, beendete Schmid seine Karriere. Die Zeit der Wettkampfsportarten sei für ihn seit dem Amtsantritt als Bürgermeister vorbei: „Für mich zählen die Familie und der Beruf. Die Energie für einen dritten Bereich würden von den ersten beiden Bereichen abgehen.“

Schmid schaut zu, wenn sein 12-jähriger Sohn Lennart in der D-Jugend des SV Neustetten verteidigt. Ein bisschen selbst kicken würde er aber schon noch gerne: „Es ist schade, ich habe einfach zu wenig Zeit dafür. Im September war ich das letzte Mal bei der Wachendorfer AH im Training.“ Im Kreis seiner alten Kicker-Freunde werde er immer weniger bei seinem Spitznamen gerufen, stellte Schmid fest. Unter den Schulkameraden, mit denen er das Abitur am Rottenburger Eugen-Bolz-Gymnasium absolvierte, sei er jedoch nach wie vor der Fetz.

09.05.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 09.05.2012 - 15:37 Uhr

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

Anzeige

(c) Alle Artikel, Bilder und sonstigen Inhalte der Website www.tagblatt.de sind urheberrechtlich geschützt. Eine Weiterverbreitung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags Schwäbisches Tagblatt gestattet.

Anzeige


Bilder für einen guten Zweck
Bild 6: DTK vor dem Rottenburger Abendhimmel

Diese Unikate von Dieter Thomas Kuhn verkauft TAGBLATT-Fotograf Uli Metz für einen guten Zweck: Er will damit seinen schwer erkrankten Bühler Fotografen-Kollegen Kurt Henseler unterstützen.

Zweiter Kinofilm nach der Fernseh-Sitcom um eine Gruppe Teenager und ihre Fettnäpfchen auf dem Weg ins Erwachsenenleben.

»weiter...

In der romantischen Komödie brauchen zwei Jugendfreunde zwölf Jahre um zu merken, dass sie sich auch lieben.

»weiter...

Trickfilm nach dem Kinder-Sachbuch: Ein Junge lässt sich schrumpfen, um in den Körper seines Großvaters zu reisen.

»weiter...


Anzeige


Karikatur der Woche
Single des Tages
date-click