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Ausgelassene Stimmung beim Dusslinger Rockfestival der SMV

"Rockt den Acker" lockt zweieinhalbtausend Ohren

„Rockt den Acker“ hat sich herausgemacht. Das Festival, ins Leben gerufen von der SMV des Karl-von-Frisch-Gymnasiums, ist mit den Jahren gewachsen. Am Samstag ging es zum vierten Mal über die Bühne unterm Sonnensegel auf dem Schulhof. Zehn Gruppen boten vor weit über tausend jungen Leuten einen Musikstilmix, vom kraftvollen Rock um die Kaffeestunde herum bis zum HipHop ganz zum Schluss nach Mitternacht. Unsere Mitarbeiterin Ulrike Jordan war mit der Kamera dabei.

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jon
Das Sonnensegel wurde kurz vor Beginn zum Regenschirm, als ein übel aussehendes Gewitter aufzog, das sich aber einsichtig zeigte und die angesagte rockige Beackerung nur minimal aufhalten mochte. Auf 16 Uhr hatte die Organisationsgruppe den Beginn gesetzt, „Rockt den Acker IV“ konnte mit einer Verzögerung von zehn Minuten anfangen und zog sich durch den frühen in den späten Abend und bis zwei Stunden nach Mitternacht in den andern Tag hinein.

Versorgungsmeile gut besetzt

Die „Lamaze“-Lautstärke konnte sich mit dem Donnergrollen durchaus messen. Die Publikumsrocker aus Tübingen, die den Auftakt-Paukenschlag in die Hand nahmen, boten mit ihrem Sänger Krixi, wie versprochen, „emotionalen Selbstmord und Reinkarnation im gleichen Takt“. Allzuviel Publikum hatte sich da freilich noch nicht eingefunden.

Die Versorgungsmeile war derweil schon gut besetzt, schließlich wollte man möglichst viele Schnitzelweckle, Currywürste und Pommes auf die Hände der heranwachsenden Jugend praktizieren. Auch Sprudel, Limonaden und Biere, die Festivalfinanzen stützen sich auf den Getränkeumsatz.

Angst vor dem Ruin mussten die Organisatoren nicht haben, hatten sie doch die Volksbank und andere Sponsoren im Hintergrund. An einer Bar war auch Höherprozentiges erhältlich, nur für Menschen entsprechenden Alters natürlich. Das Bändel-System zur Abwehr der Alkoholgefahren und zur Aufrechterhaltung des Jugendschutzgesetzes hat sich offensichtlich bewährt.

Kostenloses Wassereis

Im Zeitplan ging es weiter, die Mössinger Musiker von Nasty Mind setzten das Rock-Werk fort, verbandelten Grunge und klassischen Punk miteinander und gaben sich musikalisch durchaus schmutzfinkig, was der Stimmung keinen Abbruch tat. Die Gruppe „Sie wissen schon“ kommt auch aus Steinlachmetropole, der Sänger, mit Hermann-Hesse-Strohhut und Gartenschürze gewandet, und seine Mitmusiker baten lautstark darum, man möge sie den „Stein des Anstoßes“ sein lassen, nahmen Stellung zu „Gewalt an Schulen“ und schleuderten, zur Abkühlung, kostenlose Wassereise in die Menge.

Es folgte Dizzy Bee mit Funk und Rock, laut Eigenwerbung eine „schillernde Blüte“ im bunten Roller-Garten. Nektar für die Ohren. Dann kamen Cattlaya, eine Band, deren Mitglieder aus Gomaringen und von den Härten kommen, und The Savants, die Punkrock mit Ska im Angebot hatten.

Bayern-Rock mit Fidel

Alien on Strike stammt aus dem Kinzigtal und bietet Instrumental Surf-Beat dar, der grooven und Partylaune verbreiten soll, als es auf dem Acker schon dunkelte. Mit dem Ruf „Liebe Festgemeinde, seid ihr alle da?“ begrüßte der Sänger von My New Zoo die tanzbereite Menge. Die Gruppe war aus Bayern, dem „Ursprung des Rock ‘n‘ Roll“, genauer dem Nürnberger Raum, angereist, wobei die Eselskopfmaske des Gitarristen eher an die Augsburger Puppenkiste gemahnte. Sie schalteten auch Fidel Castro und Che Guevara in ihren kubanischen „Sunshine“-Song ein.

Da hatte sich die Zahl der Gäste längst erheblich erhöht. „Mehr als tausend sind es auf jeden Fall“, schätzten Lisa Futter und Felix Reimann am Altersgruppen-Bändelstand mit Ausweiskontrolle. Licht- und Tonanlage und Nebelmaschine stellte ein weiteres Mal Markus Ott zur Verfügung, der in Gomaringen einen Veranstaltungsservice betreibt. Rainer Limbach trat um 23 Uhr mit drei Kollegen aus der Lehrerschaft den Aufsichtsschichtdienst an, nachdem die ganze Zeit über Eltern und Lehrer anwesend waren.

Sie haben alles im Griff

Im Kollegium wird die Veranstaltung geschätzt, der „unheimliche Aufwand“, der mit vollem Einsatz betrieben wird, ein Sonderereignis im Schulleben, das ohne „blöde Konfrontationen“ vonstatten geht. Punkt Mitternacht trat denn auch ein SMVler ans Bühnenmikrophon und forderte die Jüngeren auf, alsbald brav den Heimweg anzutreten, „Heiaheia zu gehen und schlafischlafi zu machen“.

Auch Hartmut Groß, DRK-Helfer aus Dußlingen, freute sich über den in seinem Bereich wenig aufregenden Abend. „Wir haben hier viele junge Leute, die gerne trinken, aber sie haben alles im Griff“. Die Paschulke-Formation aus Köln und Cubeacoustixs aus Tübingen mit Sänger Jens Futter machten den Abschluss. Danach beruhigte sich die Lage. Den Rest der Nacht und den Sonntag verbrachten die SMV-Leute samt ihren Helfern mit dem Abbau und der Säuberung des Platzes. Ein Besucher aus Nehren im „Rockt den Acker“-Gesamturteil: „Es ist sehr schön, aber noch zu klein.“
24.07.2006 - 11:30 Uhr | geändert: 10.08.2009 - 18:11 Uhr

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