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Anpassen oder profilieren: Was in den ersten 100 Tagen im neuen Job wichtig ist

Die goldene Mitte

Wer die Zusage für seinen Wunschjob bekommt, freut sich – völlig zu Recht. Doch gleichzeitig herrscht bei Vielen vor dem ersten Tag im neuen Job große Aufregung: Was soll ich anziehen? Wie komme ich mit den neuen Kollegen zurecht? Wie kann ich mich im neuen Unternehmen positionieren? Alexandra Wenzig, Bewerbungs- und Karriereexpertin einer europäischen Online-Jobbörse, erklärt, worauf Mitarbeiter in den ersten 100 Tagen im neuen Job achten müssen.

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Artikelbild: Die goldene Mitte

Vorbereiten auf den ersten Tag

„Pünktlichkeit ist das A und O, denn unnötiger Stress ist Gift für Jobstarter“, erklärt Bewerbungsexpertin Wenzig. Wer am ersten Tag zu spät ins Büro hetzt, verbaut sich einen entspannten Start – „daher immer ausreichend Pufferzeit für den Weg einplanen!“, lautet Alexandra Wenzigs Rat.

Für einen guten ersten Eindruck ist außerdem ein makelloses Outfit Pflicht. Hier gilt: Lieber zu schick als zu lässig erscheinen. Wer feststellt, dass er der einzige Anzugträger weit und breit ist, kann sich dem Unternehmensstil später immer noch anpassen.

Der Umgang mit den neuen Kollegen

Neulinge sollten offen und freundlich auf die Kollegen zugehen. „Mit allzu humorigen oder gar ironischen Kommentaren wäre ich vorsichtig“, rät Wenzig: „Wer weiß, ob die Kollegen den gleichen Humor haben.“ Auf Lästereien sollte grundsätzlich verzichtet werden, für neue Kollegen gilt das in besonderem Maße.

Besser ist es, die Bürostrukturen zu beobachten: Wann und wie lange geht es in die Mittagspause? Gehen die Kollegen einzeln oder in Gruppen? Wie ist der Umgangston? Beobachten bedeutet aber nicht, sich komplett abzukapseln. Mitarbeiter sollten versuchen, Anschluss zu finden – auch im eigenen Interesse.

Was in der Probezeit beachtet werden sollte

Versteht ein neuer Kollege eine Erklärung nicht sofort: unbedingt immer nachfragen, auch wenn es sich um Banalitäten wie die Bedienung des Telefons handelt. „Wer nicht nachfragt, hat vielleicht nach zwei Jahren noch Lücken – und dann ist Unwissenheit unangenehm“, sagt Fachfrau Wenzig. Das gilt nicht nur für Arbeitsabläufe, sondern auch für Namen. Niemand nimmt es Anfängern übel, wenn sie nach einer Woche noch nicht alle Namen aus der Abteilung kennen. Ohnehin sollten Einsteiger Geduld mitbringen: Eine vernünftige Einarbeitung braucht Zeit.

Absolute No-Gos in der Einarbeitungszeit

„Ich würde davon abraten, in der Anfangszeit Arzttermine zu vereinbaren“, so Alexandra Wenzig: „Wer wirklich akut krank ist, kann natürlich jederzeit zum Arzt gehen. Aber Kontrolltermine beispielsweise sollten neue Kollegen – wenn überhaupt - eher auf den Morgen oder Abend legen als mitten in die Kernarbeitszeit.“

Das Gleiche gilt für die Präsenz am Arbeitsplatz: Wer sich direkt freinimmt und eher zehn Minuten früher als später nach Hause geht, wirkt wenig engagiert. Andererseits sollte auch kein übertriebener Arbeitseifer an den Tag gelegt werden. „Es gibt Kandidaten, die schon nach ein paar Tagen komplette Arbeitsprozesse umzukrempeln versuchen. Das sorgt für schlechte Stimmung in der Belegschaft“, warnt Wenzig.

Neulinge sollten außerdem darauf verzichten, ihre eigenen Vorstellungen kompromisslos durchzuboxen. Am Anfang heißt die Devise: Zuhören! Ein weiteres Tabu: Mit den Kollegen überschwänglich Alkohol trinken und private Geschichten erzählen – in aller Regel hat dies negative Folgen.

Grundsätzlich sollten Einsteiger immer eins im Hinterkopf behalten: Der Eindruck, den sie am Anfang hinterlassen, bleibt oft hartnäckig bestehen. Deshalb sollten Jobstarter möglichst vorbildlich auftreten, denn die ersten Monate im neuen Job sind eine schwierige Gratwanderung zwischen Anpassung und Profilierung. PR/hoe

09.02.2012 - 08:30 Uhr

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