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Die schwedische Band Europe ist Headliner bei Rock of Ages

Hardrock der alten Schule

Europe sind zurück: Nach ihrer Auflösung 1992 fanden die fünf schwedischen Hardrocker 2004 wieder zusammen. Beim zweitägigen Rock-of-Ages-Festival in Seebronn stellen sie am Freitag, 27. Juli, ihr neues Album „Bag of Bones“ und ihre größten Hits vor.

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Seebronn. Kreischende Gitarrenriffs und das folgende Rauschen in den Ohren gehören bei einem Konzert in der Gewichtsklasse, in der die Band Europe antritt, einfach dazu. Lautstärke ist aber nur das eine. Bei Europe wirken die Gitarrensoli als direktes Resultat der Art, wie sie ihren melodiösen Hardrock spielen. Sie stecken all ihre Kraft und Energie in die Schlagzeugkanonaden, in die Gitarrenriffs, in die Bassläufe, in den Gesang.

The Final Countdown: Europe ist Headliner. Bild: Agentur The Final Countdown: Europe ist Headliner. Bild: Agentur

Das hört man auf ihren neun Studioalben, aber live kann man es sehen und fühlen; wie sich John Leven hin und her windet und wirkt, als würde er gleich umfallen, weil es offenbar wirklich nicht leicht ist, einen Bass derart monströs zu spielen; wie Gründungsmitglied und Leadgitarrist John Norum immer und immer wieder den Oberkörper vornüber wirft und versucht, das letzte Quäntchen Energie in den nächsten Saitenanschlag zu werfen; wie Co-Mastermind und Sänger Joey Tempest verzweifelt sein Mikro umklammert oder Schlagzeuger Ian Haugland einen Drumstick verliert, während seine Füße mit der Double Bass Drum den Druck erhöhen.

Wer das sieht, versteht, warum Europe auch heute noch nach Hardrock klingen, obwohl ihr größter und einziger Hit „The Final Countdown“ aus dem Jahr 1986 eher in die Rockpop-Richtung geht.

Ende der Siebziger, als Bands wie Slayer auszuprobieren begannen, wie schnell sich eine Gitarre spielen lässt, tauchten Europe auf und machten was anderes. Im Unterschied zu vielen Hardrockbands aus Nordeuropa verfassten sie ihre Texte nicht in der Landessprache, sondern auf Englisch.

Im Jahr 1982 gewannen sie bei einem schwedischen Nachwuchswettbewerb den ersten Platz und änderten fortan ihren Bandnamen von Force in Europe. Vor allem in ihrem Heimatland und in Japan landeten sie mit ihren beiden ersten Alben Achtungserfolge, aber der internationale Durchbruch gelang ihnen 1985 mit dem dritten, von Kevin Elson produzierten Album „The Final Countdown“. Die Single erreichte in 26 Staaten Platz 1 der Hitparaden und verkaufte sich in den ersten zwei Jahre rund acht Millionen Mal.

Doch mit der kommerziellen Vermarktung und dem Weggang von Gitarrist John Norum aus eben diesem Grund begann auch der Niedergang der Band. Jedenfalls erreichten die folgenden Alben nie mehr auch nur annähernd die Verkaufszahlen der Erfolgssingle „The Final Countdown“. Auch die Konzerte waren nicht mehr so gut besucht. Zurückgeführt wurde dieser Misserfolg zum einen darauf, dass es Europe nicht gelungen war, einen zweiten Super-Hit zu schreiben. Zudem wurde der Imagewandel vom Hardrock zum Rockpop kritisiert, den Europe Mitte bis Ende der 1980er Jahre vollzogen hatte. Die Folge: Ihre Hardrock-Fans wandten sich zunehmend von der Band ab, 1992 schließlich löste sich Europe auf.

Die Bandmitglieder widmeten sich in den folgenden Jahren ihren Soloprojekten, bis Gründungsmitglied John Norum 2004 die Neugründung der Band verkündete. Seitdem haben Europe vier Alben veröffentlich und sind wieder regelmäßig auf Tournee. Auch beim Rock-of-Ages-Festival werden die fünf Schweden wieder zeigen, wie Hardrock der alten Schule klingt. Und auch auf den Song, den jeder Mensch über 30 mindestens einmal in seinem Leben mitgesungen hat, müssen die Fans mit Sicherheit nicht verzichten.

Jürgen Spieß

18.07.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 18.07.2012 - 14:30 Uhr

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