Beim TSV Gomaringen kann im Winter trainiert werden
Zwischen dem Neckartal und den Höhen der Alb werden die klimatischen Unterschiede vor allem im Winter deutlich: Man sieht es am besten am Zustand der Sportplätze.
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Der Gomaringer Kunstrasenplatz, hier am 5. Februar, konnte in den vergangenen Wochen immer wieder gut bespielbar gemacht werden.Bild: privat
Auf der Alb fällt jeder Gedanke flach, einen Fußball rollen zu lassen, wenn es einen richtigen Winter gibt. Dann liegt der Schnee von Wittlingen bis Undingen meist so hoch, dass nicht daran zu denken ist, die Sportplätze zu räumen. Das ist oft auch dann noch der Fall, wenn die Verhältnisse unten im Neckartal anders sind.
Gomaringen liegt zwar noch nicht ganz auf halber Höhe, bekam das „Winterfeeling“ aber doch ein bissle früher mit, als die unmittelbareren Neckartal-Anrainer. Als vor eineinhalb Wochen Schnee fiel, räumten die Mannen des TSV ihren Kunstrasenplatz. Der Schnee sei „fluffig und ziemlich leicht wegzuschieben“ gewesen, berichtet der Gomaringer Abteilungsleiter Michael Ankele.
Vergangenen Winter untersagte die Gemeinde, den Platz zu räumen. Doch man stellte fest, dass sich die daraus resultierenden Eisplatten so sehr verfestigten, dass das Geläuf länger unbespielbar blieb. In diesem Winter zieht TSV-Platzwart Harald Kahlfuß sein „Pflegeprogramm“ durch. Einen Schneeschieber darf er nicht benutzen: „Die Gemeinde befürchtet, dass es die Halme beschädigen könnte, oder dass es gar ein Loch in den Platz reißt. Aber auch so ist ein Kunstrasen recht einfach zu behandeln.“
Dafür nimmt der TSV-Platzwart, wie im Sommer, das Fahrzeug der Gemeinde und fährt einmal in der Woche mit einer daran angehängten Matte über das Gelände. Die Matte hat Noppen an ihrer Unterseite, die denen von Fußballschuhen ähneln. Durch das Fahrzeug wird zwar der Schnee nach unten gedrückt, aber der Einsatz der Matte sorgt gleichzeitig dafür, dass sich die Halme wieder aufrichten. Einmal im Monat hängt Kahlfuß einen drei Meter langen, etwa zwei Meter breiten Besen mit 15 Zentimeter langen, störrischen Borsten an das Fahrzeug, um das Granulat aufzuwühlen. „Dadurch wird der Platz lockerer, elastischer“, sagt der TSV-Platzwart.
Der nach unten gedrückte Schnee bildet auch Eisplatten. Wenn es taut und wieder anfriert, wird der Platz an manchen Stellen rutschig, aber die TSV-Kicker können trotzdem bequem darauf trainieren. Testspiele haben eine andere Qualität: Der TSV kickte vergangene Woche gegen Bezirksliga-Spitzenreiter Spvgg Mössingen. Dessen Torwart Vincent Meissner fand die Oberfläche ziemlich glatt, man sei wenig standfest gewesen. Michael Sturm