Von Trainern erwartet man oft Wunderdinge. Und wenn sie eintreten, ist halt ein Spitzname fällig.
Anzeige
Messias. Archivbild: Ulmer
„Das kann ja nur aus Wurmlingen kommen!“, entfährt es Armin Geiger, als er mit seinem Spitznamen Messias konfrontiert wird, der ihm vor gut 25 Jahren verliehen wurde.
Der heute 57-Jährige hatte nach drei Jahren als Trainer beim SV Wurmlingen eine Pause einlegen wollen, wurde jedoch wieder reaktiviert und schaffte in den letzten paar Saisonspielen noch den Klassenerhalt in der Bezirksliga. Gerd Bechtle, der die Presseberichte für den SVW verfasste, schrieb, der Messias sei über den Neckar herüber gekommen – Geiger stammt aus Kiebingen.
Dort, in der Jugend des TSV, begann Geigers Karriere, die ihn als Aktiver zum SV 03 Tübingen und SSV Reutlingen führte. „Mein Plus war gleichermaßen mein Manko“, sagt Geiger, „ich konnte überall spielen, war aber auf keiner Position richtig eingespielt. Ich war da, wo’s geklemmt hat.“
Beim FC Hechingen übernahm er erstmals den Posten des Spielertrainers: „Da konnte ich mich dann auf meiner Lieblingsposition als Libero aufstellen.“ Beim damaligen Landesligisten SV Wendelsheim wollte er ein Jahr als Spieler bleiben – es wurden vier. Genauso lange, mit Unterbrechungen, war er beim SV Wurmlingen, nun wieder als Spielertrainer. Auch da spielte er als Abwehrchef, bis ein rotzfrecher Kerle aus der Jugend kam, mit dem er ein Wechselspiel zwischen Abwehr und Mittelfeld einging: Bernd „Punsch“ Friedrich, der den Liberoposten für sich einforderte. „Er war ein junger Soicher, ich Mitte 30. Er wollte, dass ich für ihn marschier‘“, erzählt Geiger und schiebt frotzelnd nach: „Er war ein sehr guter Kicker. Das Laufen hatte er aber nicht erfunden.“
In der Jugend wurde Geiger Netzer genannt, in Wendelsheim Bär und in Wurmlingen anfangs (Klaus) Täuber - „wegen meiner kraftvollen Figur“, so Geiger. „Der Messias hat aber alle anderen Spitznamen überlagert.“ Geiger trainierte Wachendorf, Dettingen, Rangendingen, zuletzt Lustnau. Vor gut vier Jahren hörte er auf, pickt sich als Zuschauer aber noch immer die interessantesten Spiele heraus.Michael Sturm