Fußballer-Spitznamen, Folge 89: Ralf Schmeckenbecher
Man muss seine Kumpels nur dauerhaft mit einem Begriff belegen – dann wird dieser ganz schnell zum Spitznamen.
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Schnulli. Archivbild: Ulmer
So geschehen bei Ralf Schmeckenbecher: „Ich hab’ zu jedem in meinem Bekanntenkreis Schnulli gesagt. Dann hat sich das Blatt gewendet.“ Von nun an war Schmeckenbecher der Schnulli. Vor allem die damaligen Mitspieler beim TSV Dettingen, wo Schmeckenbecher einige Jahre lang das Tor hütete, aber auch in Wendelsheim, wo Schmeckenbecher einige Freunde hat, rufen sie ihn immer noch so.
Im Alter von neun Jahren wechselte er vom Hemmendorfer Bolzplatz („Es gab ja nichts anderes“) in den Verein, zum SV Hemmendorf. Dessen ältere Jahrgänge treten, wenn die Kader dünner werden, regelmäßig für den SV Hirrlingen an. Dort traf Schmeckenbecher auf Harald „Fuzzy“ Nichter aus Frommenhausen, der Schmeckenbecher den Schnulli eingab: „Der hat das immer gesagt.“
Nach einem Jahr A-Jugend beim FC Rottenburg kehrte Schmeckenbecher als Aktiver „wegen der Kameradschaft“ nach Hemmendorf zurück. Nach drei Jahren wechselte er nach Dettingen, ehe er sich eine einjährige Auszeit nahm, die er mit einem Praktikum in den USA verband. „Dort habe ich kaum Sport gemacht und gut zugenommen.“
Nach einer weiteren Episode in Dettingen „fragten die Entringer an, ob ich dort Spielertrainer machen will.“ Schmeckenbecher wollte. Den Spitznamen Schnulli wollte er jedoch nicht dorthin mitnehmen: „Ich habe versucht, es abzustellen. Das wurde dann nur noch von welchen gesagt, die besonders cool oder frech sein wollten.“ In Entringen trat er im Lauf der Rückrunde zurück. Danach war er als Trainer und Torwart für zwei Jahre beim SV Hirrlingen. „Dann war es Zeit, abzutreten“, so der heute 39-Jährige. „Seither habe ich vielleicht noch zwei Mal den Ball bei Freizeitkicks gestreift.“ Und das, obwohl Michael Heberle vom FC Rottenburg Schmeckenbecher ein paar Mal für AH-Hallenspiele mit dem FCR gewinnen wollte.
Mittlerweile pendelt Schmeckenbecher zwischen Pforzheim (beruflich) und Aichach bei Augsburg (privat). Sportlich hat er umgesattelt: „Letztes Jahr habe ich mit Triathlon angefangen. Dieses Jahr möchte ich die olympische Distanz angehen.“Michael Sturm