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Indierock in der Natur

Das Burning Eagle Festival steigt am 4. und 5. August beim Reutlinger Listhof

Luftiger Indierock und gelebte Utopie: Zum fünften Mal geht am 4. und 5. August auf dem Reutlinger Listhof-Gelände das Burning Eagle Festival über zwei Bühnen – 15 Bands sorgen für vom Kommerz unabhängigen Musikgenuss.

02.08.2017

Reutlingen. Die Lautstärke bleibt in Maßen, die Beleuchtung und das Licht gedämpft und kurz nach Mitternacht ist Schluss. Es bleibt genügend Zeit für Begegnungen, Gespräche und um die einmalige Atmosphäre aufzunehmen, die sich da zwischen lauschigem Grün und knorrigen Baumstämmen auftut. Entspannte Livemusik, die Philosophie der Nachhaltigkeit und Naturbezug gehen bei diesem Festival Hand in Hand.

Dennis Adler und Henrik Junger haben mit dem Burning Eagle Festival ein Konzept entwickelt, das Qualität – nicht nur musikalisch – in den Vordergrund rückt. Selbst wenn die beiden inzwischen in Berlin beheimateten Organisatoren auf weniger bekannte Bands setzen, ist für jeden Livemusik-Liebhaber etwas dabei. Gruppen, die Eigenwilliges bieten, bespielen ebenso eine der beiden Bühnen wie entspannt agierende Solointerpreten. Indierock-Acts, die kurz vor dem internationalen Durchbruch stehen, wechseln sich mit Musikern ab, die in ihrer Heimat längst als Geheimtipps gelten. Indiefolk zum Träumen gibt es für die weiblichen Besucher, der nächste Act lädt aber schon wieder zum Abrocken ein. Und immer steht bei diesem ambitionierten Musikfest unter Bäumen das Entdecken im Vordergrund.

Denn auch die Location selbst hat einiges zu bieten: Nach einem gut 15-minütigen Fußmarsch vom Parkplatz beim Listhof durch das Naturschutzgebiet erreichen die Besucher eine Streuobstwiese, die wie in einem verwunschenen Zauberwald liegt. Dort stehen sich zwei kleine Bühnen gegenüber, die während der Konzertauftritte mit dezentem Licht illuminiert werden. Dazwischen sind kleine Fair-Trade-Stände aufgestellt, die regionale Bio-Limonade, Fair-Trade-Klamotten, Bio-Weine und -Bier sowie Mate-Eistee feilbieten. Auch Kulinarisches wie vegane Wraps und Tofu-Snacks aus der Region unterstreichen das Bekenntnis zu fair gehandelten Produkten.

Und was die Auswahl der Bands angeht, bauen die Organisatoren ebenfalls auf Qualität und Nachhaltigkeit: Am Freitag eröffnet die Harfenistin Emma Gatrill das Festival um 16 Uhr. Danach folgen Bands wie Fabian Simon&The Moon Machine, Hello Piedpiper, der Londoner Songwriter L.A. Salami und Sons of Noel and Adrian aus Brighton, die allesamt das Erbe der Singer-Songwriter-Ära mit Stolz und Können vor sich her tragen. Hauptact ist die sechsköpfige Band Lambchop aus Nashville, die einen zeitlosen Melancholie-Pop entwirft, der üppig ist und zugleich ganz still, fragil und dennoch riesengroß, schwermütig und doch ganz leicht. Eine sonderbare, andächtige Musik ist das, die auf dem schmalen Grat zwischen Tiefe und Romantik balanciert, dabei aber nicht ins Kitschige abstürzt, nicht einmal ins Wanken gerät.

Das gilt auch für die meisten Künstler, die am Samstag eher leise Töne favorisieren: Dazu gehören Burkini Beach mit dem wunderbaren Sir Simon Battle, die skandinavische Pianistin und Sängerin Josin, die Band Mammal Hands, Helgen, Hannah Epperson und die Gruppe Fùgú Mango, die vermutlich viele junge Mädchen vor die Hauptbühne locken werden. Headliner am Samstag ist die Band Golden Dawn Arkestra, die allein schon mit ihren fünf Bläsern einen intergalaktischen Sound produzieren. Die zwischen zehn- und 15-köpfige Gruppe aus Texas bietet sowohl stilistische Vielfalt als auch pulsierende Partylaune mit Ecken und Kanten. Die Virtuosität ist hier nie Selbstzweck, sondern steht im Dienst eines vom Kollektiv her gedachten musikalischen Ganzen.

Das Burning Eagle Festival verspricht viel mehr als ein Musikfestival zu sein. Der gelebte Traum, für zwei Tage wird er an diesem Wochenende wieder Wirklichkeit. Nun muss nur noch das Wetter mitspielen.Jürgen Spieß

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02.08.2017, 01:00 Uhr
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