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Kuba und Migration im Fokus

Das Tübinger Filmfestival Cine Latino steigt vom 19. bis 26. April im Kino Museum

Am heutigen Mittwoch, 19. April, startet im Tübinger Kino Museum das Filmfestival Cine Latino, das seine beiden Schwerpunkte dem aktuellen Filmschaffen auf Kuba und iberoamerikanischen Migrationsbewegungen widmet. Das einwöchige Filmfest, das mit dem chilenischen Beitrag „Rara“ eröffnet wird, zeigt 26 Lang- und 16 Kurzfilme, angekündigt sind insgesamt elf Gäste.

19.04.2017

Nur selten schaffen es kubanische Filmproduktionen in deutsche Kinosäle. Festivalleiter Paolo Roberto de Carvalho hofft jedoch, dass die jüngsten Entwicklungen, allen voran die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Kuba und den USA, „die Öffnung Kubas auch in der Filmbranche vorantreiben werden“. Dass kubanische Kunstschaffende – auch im Bereich Film – bis heute mit staatlichen Zensuren zu kämpfen haben, ist Fakt. Auch heute kommt es noch vor, dass ein bereits abgedrehter Film von der staatlichen Zensurbehörde ohne Begründung abgelehnt „oder zumindest in den staatlichen Kinos nicht gezeigt wird“, berichtet de Carvalho, der das Festival vor 24 Jahren aus der Taufe gehoben hat.

Junge Filmemacher auf Kuba finden dennoch immer wieder Wege, die Zensurbehörde zu umgehen. Die vier kubanischen Langfilme, die beim Festival zu sehen sind, wurden etwa über private Investoren oder mit Hilfe internationaler Koproduzenten finanziert: „Auf Kuba einen Film zu drehen, ist nicht nur eine Frage der Kontrolle, sondern vor allem der Finanzierung“, so der künstlerische Festivalleiter bei der Programmvorstellung. Ein weiterer Weg, den Filmemacher auf Kuba nutzen, ist die Möglichkeit, ihren Film durch Crowdfunding zu finanzieren. Kiki Álvarez‘ „Venecia“ (Samstag, 22. April, 18 Uhr, Studio Museum) über einen Feierabend-Ausflug von drei jungen Angestellten eines Schönheitssalons durchs nächtliche Havanna ging diesen Weg.

Das Festival zeigt neben vier Spielfilmen aus Kuba auch ein Kurzfilmprogramm von Studierenden der Filmschule San Antonio de los Baños. Ein weiterer Schwerpunkt des Festivals sind Produktionen, die sich mit Migrationsbewegungen innerhalb des amerikanischen Kontinents und mit Flucht vor struktureller Armut und Gewalt beschäftigen. Zum Thema laufen sieben Spiel- und ein Kurzfilm. Eine Gesprächsrunde mit vier Gästen (Sonntag, 23. April, 18 Uhr) wird sich ebenfalls dem Thema aus verschiedenen Perspektiven widmen.

Insgesamt zeigt das Festival in diesem Jahr 42 Filme, davon 26 Langfilme, mehrere Kurzfilmprogramme und zahlreiche Schulvorstellungen, für die bereits knapp 1000 Anmeldungen vorliegen, berichtet Festivalkoordinatorin Kathrin Frenz, die sich die Arbeit mit Pola Hahn und Irene Jung teilt. Als weitere Festivalorte sind Stuttgart und Freiburg sowie erstmals auch das Reutlinger Kamino mit vier Filmen dabei. Dagegen ist Rottenburg als Festivalort nicht mehr vertreten, da der Publikumszuspruch dort zuletzt zu gering war. Dafür erfreut sich das 2015 erstmals ausgetragene „Open Festival Space“ in der oberen Haaggasse in Tübingen wachsender Beliebtheit. Dieses Jahr werden Kurzfilme aus Mexiko und Spanien im Freien sowie in verschiedenen Cafés und Kneipen gezeigt.

Insgesamt elf Gäste beehren das Festival, darunter der kubanische Regisseur Carlos Quintela, der seinen preisgekrönten Film „La obra del siglo“ vorstellt. Außerdem konkurrieren sechs Spielfilme und eine Dokumentation im Wettbewerb um den Publikumspreis (1000 Euro). Jürgen Spieß

www.filmtage-tuebingen.de

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19.04.2017, 01:00 Uhr
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