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Ein Garten im Regen

Der Garten im Juli: Was tun gegen eine faulige Sumpflandschaft?

„Es regnet, es regnet, die Erde wird nass – und wenn’s genug geregnet hat, dann hört’s auch wieder auf!“ Wie viel Regen „genug“ ist, wird in diesem Kindervers leider nicht genau definiert und in diesem Jahr scheint der Himmel in eine gewisse Maßlosigkeit verfallen zu sein.

13.07.2016
  • Andrea Bachmann

Damit die wenigen schönen Tage, die man diesem verregneten Sommer noch abtrotzen kann, auch im Garten oder auf der Terrasse genossen werden können, sollte dieser davor bewahrt werden, sich in eine faulig riechende Sumpflandschaft zu verwandeln.

Wenn es schon ganz schlimm gekommen ist und ein heftiger Starkregen den Garten in eine bizarre Seenlandschaft verwandelt hat, muss das Wasser schnell wieder weg, damit das Erdreich die Gelegenheit bekommt, wieder zu trocknen. Je länger die Pflanzen unter Wasser stehen, desto größer ist die Gefahr, dass die Wurzeln verfaulen. Läuft das Wasser bereits oben in die Gummistiefel, kommt sinnvollerweise eine flachsaugende Tauchpumpe zum Einsatz, die zwischen 50 und 300 Euro kostet und auch bei weniger apokalyptischen Bedingungen gute Dienste leistet. Bei kleineren Flächen kann man das Wasser auch mit Eimer und Schüsseln per Hand abschöpfen. Wenn man eine halbwegs wasserfreie Fläche geschaffen hat, buddelt man an der tiefsten Stelle im Garten eine Grube, in die das Wasser hineinfließen und aus der es dann abgepumpt werden kann.

Ist der Garten wieder als solcher erkennbar, sollte man mindestens einen Tag warten, bis die oberste Erdschicht ein bisschen angetrocknet ist: Wer auf dem klatschnassen und matschigen Boden herumläuft, verdichtet den Boden. Pflanzen und deren Wurzelsysteme bekommen dann genausowenig Luft wie unter Wasser.

Ist der Garten wieder betretbar, entfernt man am besten alle abgebrochenen Zweige und Triebe oder schneidet die Bruchstellen nach. Viele Stauden werden sich wieder erholen, auch wenn die Blütenpracht im kommenden Jahr vermutlich spärlicher ausfallen wird. Vor allem bei Pflanzen, deren Knospen direkt nach der Blüte angelegt werden wie bei Rhododendron, Hortensien oder Flieder.

Den Boden sollte man lockern, damit er schneller trocknet und der für die Wurzeln wichtige Luftaustausch erfolgen kann. Wer vor dem nächsten heftigen Regenschauer Sand in den Boden einarbeitet, kann die Bodenverdichtung ein wenig verhindern.

„Immer wieder wächst das Gras...“ – besonders wenn es reichlich regnet. Den Rasen muss man also trotzdem mähen – aber vorsichtig und nach starken Regenfällen nur in der höchsten Stufe.

Am schönsten wäre es natürlich, man bliebe von solchen Überschwemmungen verschont. Aber der Klimawandel macht sich auch im Garten bemerkbar und es wäre naiv, diese extremen Wetterlagen als seltene Ausnahmen abzutun. Klüger ist es, sich darauf bereits in der Gartenplanung einzustellen. Kleine Wassergräben oder sanft abfallende Beete verhindern die Bildung von Staunässe. Empfindliche und wasserscheue Gewächse pflanzt man am besten direkt vor eine Mauer oder an einen Zaun, wo sie vor Wind und Regen besser geschützt werden. Dazu gehören zum Beispiel Tomaten, die Regen überhaupt nicht mögen. Werden sie nass, bekommen sie leicht die Kraut- oder Braunfäule. Eine Erkrankung, die durch einen Pilz ausgelöst wurde, der sich im feucht-warmen Klima besonders wohl fühlt. Zunächst bilden sich auf den Blättern, dann auch auf den Früchten, schwarz-braune Flecken, dann ein Pilzflaum. Die befallenen Früchte kann man nur noch wegwerfen.

Außerdem kann man bei der Pflanzenauswahl im Garten oder auf der Terrasse einigermaßen regenfeste Arten aussuchen und sich so die eine oder andere Enttäuschung ersparen. Heimische Pflanzen kommen generell besser mit Mistwetter zurecht als wilde Exoten. Stauden sind oft ziemlich robust, eignen sich auch für Terrassen und Balkone und sind blühfreudig und wunderschön: Mädchenauge, Kokardenblume, Jasmin, Fuchsien und Zwergrosen lassen sich gut mit verschiedenen Gräsern und Salbei und Oregano kombinieren. Beide Kräuter duften schön und sind wenig wasserscheu. Was an der See Sonne, Wind, Regen und nicht gerade mediterranen Temperaturen trotzt, eignet sich ebenfalls: Blauschwingel, Strandnelken und Staudennelken, Fetthenne und Mauerpfeffer. Als Blühpflanzen kommen alle Blumen in Frage, deren Blüten eher klein und ungefüllt sind: Zinnien, Pelagonien, Lobelien und Ringelblumen.

Schließlich gibt es sogar eine Blume, die erst im Regen so richtig zur Geltung kommt: Die Skelettblume, Diphylleia grayi, eine ganz seltene Staudenpflanze, die in Japan, China und den Appalachen blüht, wo sie es schattig, feucht und kühl hat. Ihre Blütenblätter werden komplett durchsichtig, wenn es regnet und sehen dann wunderschön feenhaft aus.

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13.07.2016, 01:00 Uhr
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