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Die andere Heimat - Chronik einer Sehnsucht

Die andere Heimat - Chronik einer Sehnsucht

Im vierstündigen vierten Teil seiner Heimat-Chronik schildert Edgar Reitz Alltag und Träume im Hunsrück des 19. Jahrhunderts.

Jetzt im Kino: Vierter Teil der Dorfchronik von Edgar Reitz - "Die andere Heimat"

Jetzt im Kino: Vierter Teil der Dorfchronik von Edgar Reitz - "Die andere Heimat" --

01:31 min

Deutschland

Regie: Edgar Reitz
Mit: Jan Schneider, Antonia Bill, Maximilian Scheidt

- ab 6 Jahren

Tagblatt-Wertung

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15.10.2013
  • von Magdi Aboul-Kheir

Nicht einmal Särge haben die Bewohner von Schabbach, als die Diphterie ihre Kinder in den Tod reißt. So tragen sie die kleinen Leichname in Lumpen eingehüllt zum Friedhof – und können sie dort nicht bestatten: Zu tief ist der Boden im harten Winter gefroren. Kein Wunder, dass diese Menschen vom Weggehen träumen. Edgar Reitz nimmt die Zuschauer mit dem Film „Die andere Heimat“ in die 1840er Jahre – in eine Zeit, die wir uns heute mit ihrer Armut und Härte, ihren Seuchen und ihrem Elend nicht vorzustellen vermögen.

Doch Reitz gelingt es, diese Zeit lebendig und sogar fühlbar werden zu lassen. Die Geschichte Im Mittelpunkt stehen die Söhne des Schmieds Johan Simon: Jakob ist ein sensibler, kluger Schwärmer, der davon träumt, nach Brasilien auszuwandern; er hat sich sogar aus Büchern Indianersprachen beigebracht. In den Augen des Vaters ist er ein Nichtsnutz – im Gegensatz zum zweiten Sohn Gustav. Der kommt vom Militär zurück und packt tüchtig mit an. Jakob verliebt sich in Jettchen, die Tochter eines Edelsteinschleifers, doch trunken nach einem Dorffest lässt sich Jettchen mit Gustav ein – mit verhängnisvollen Folgen. Jakob randaliert, wird eingesperrt. Die Dramen und Unglücke häufen sich.

220 Minuten lang bringt Reitz dem Zuschauer diese Schicksale nahe: bewegend, oft herzzerreißend. Das perfekt gerundete, tiefgründige, mit Gert Heidenreich verfasste Drehbuch bietet glaubwürdige Charaktere. Jede Figur wird in ihrer Wahrheit, ihren Nöten ernstgenommen. Die Dialekt sprechenden Schauspieler – allen voran der großartige Jan Dieter Schneider als Jakob – gehen in den Rollen auf. Und Marita Breuer, die Maria der ersten „Heimat“, spielt Marias Urahnin.

Mit Kameramann Gernot Roll findet Reitz wunderbar poetische Schwarz-Weiß-Bilder (mit farbigen Einsprengseln), ohne irgendetwas zu verkitschen. Ein Film – im ganz umfassenden Sinn – aus einer anderen Zeit, ein beglückendes Meisterwerk.

Spielplan

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15.10.2013, 12:00 Uhr | geändert: 13.02.2014, 12:00 Uhr
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04.02.2014

12:00 Uhr

Tori Fan schrieb:

Perfektes Meisterwerk



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