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Die griechische Band Locomondo besingt „eine verrückte Welt“
Die Aufmüpfigkeit des Leadsängers und Gitarristen Markos Koumaris harmoniert perfekt mit der Kratzbürstigkeit der Musik. Bild: Spieß
Reggae trifft auf Rembetiko

Die griechische Band Locomondo besingt „eine verrückte Welt“

Locomondo, das bedeutet „verrückte Welt“ und eine Menge Spaß: Die Gruppe aus Athen gehört derzeit zu den angesagtesten und erfolgreichsten Bands Griechenlands. Mit ihrem Mix aus Reggae, Mestizo, karibischen Sounds, griechischer Volksmusik und Rock sorgen sie bei ihren Konzerten für ausgelassene Tanzszenen.

17.05.2017

In welcher Sprache klingt Reggae und Mestizo eigentlich am schönsten? Längst ist die pulsierende Mischung aus aufgelockerten Dub-Rhythmen, urbanem Rock und jamaikanischem Roots-Reggae eine weltumspannende Bewegung, in New York und Moskau ist die Musik ebenso zu hören wie in Paris, Oslo oder Berlin.

Und wie hört sich Reggae auf griechisch an? Irgendwie passend zum legeren Lebensgefühl, dass das Ursprungsland Jamaika ausstrahlt. Dieses Gefühl stellt sich jedenfalls sofort ein, wenn die griechische Band Locomondo die Bühne betritt. Karibische Sounds vermischen sich da mit Ska,- Reggae- und Roots-Elementen, traditionelle griechische Rembetika-Musik mit aufgekratzten Bouzouki- und Gitarren-Soli. Vor allem der rastagelockte Leadsänger und Gitarrist Markos Koumaris hinterlässt einen bleibenden Eindruck und nimmt das Publikum schnell für sich ein. Dabei wirkt die gute Laune und Aufmüpfigkeit des Frontsängers keineswegs aufgesetzt, sondern harmoniert perfekt mit der Kratzbürstigkeit der Musik. Nicht umsonst gelten Locomondo zu Hause in Athen längst als so etwas wie eine Kultband.

Mit ihrem verrückten und weltumspannenden Gute-Laune-Crossover kämpfen die sieben Musiker aus Athen gegen jeden Wirtschaftsfrust in ihrem gebeutelten Heimatland erfolgreich an und lassen den Spaßfaktor nie zu kurz kommen. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man glatt meinen, diese charismatischen Typen wären gerade einem Animations-Workshop entsprungen. Gleichzeitig macht die Combo keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegen jegliche von oben verordnete Sparmaßnahmen und Ausverkaufstendenzen in ihrem Heimatland. 2005 erzielte die Band mit ihrem zweiten Studioalbum „12 meres styn Jamaica“ („12 Tage in Jamaica“) ihren internationalen Durchbruch, danach folgten sechs weitere Alben, die vor allem in Griechenland Erfolge feierten.

Locomondo gaben bisher gemeinsame Konzerte mit Größen wie Chumbawamba, Manu Chao und Skatalites und haben auch einiges mit dem Sound ihrer Vorbilder gemein. Texte mit kritischem Hintergrund stehen neben lässigen Kopfnicker-Hymnen wie das mitreißende „Ghetto Tourist“, musikalisch pathetische Vibes gehen in grobmaschige Ska-Rhythmen über. Und die Stimmen der beiden Leadsänger Markos Koumaris und Giannis Varnavas verkitten die unterschiedlichen Stilverweise der vielköpfigen Band zu einer akustischen Kulturcollage, die zu Barcelona und London ebenso passt wie zu Kingston und Athen.

Mit dem in den 1930er-Jahren von Markos Vamvakaris komponierten Rembetiko-Klassiker „Frangosyriani“ haben Locomondo 2009 den Soundtrack zu Fatih Akins erfolgreichem Kinofilm „Soul Kitchen“ geliefert und damit gleichzeitig einen absoluten Sommerhit in ihrem Heimatland gelandet. In Deutschland dürften sie es dennoch nicht ganz einfach haben, ein breites Publikum zu erreichen. Denn was in Griechenland als neu und außergewöhnlich gilt, hat man hierzulande schon in den unterschiedlichsten Varianten gehört. Jürgen Spieß

Locomondo treten am Mittwoch, 17. Mai, um 20.30 Uhr im Reutlinger franz.K. auf.

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17.05.2017, 01:00 Uhr
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