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Hannas Reise

Hannas Reise

Während eines Praktikums in Israel verliebt sich eine überhebliche deutsche Studentin in einen einheimischen Juden.

Jetzt im Kino: Sie will "was mit Juden machen" - "Hannas Reise" nach Israel

Jetzt im Kino: Sie will "was mit Juden machen" - "Hannas Reise" nach Israel --

01:54 min

Deutschland

Regie: Julia von Heinz
Mit: Karoline Schuch, Doron Amit, Lore Richter

- ab 0 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

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Film bewerten

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03.02.2014
  • von Klaus-Peter Eichele

Weil sich „was mit Juden“ gut im Lebenslauf macht, entschließt sich die deutsche BWL-Studentin Hanna (Karoline Schuch) lustlos zu einem Praktikum in Israel. Ohne ernsthaftes Interesse an Land und Leuten, geschweige denn an der Geschichte, will sie ein paar Wochen in einem Behindertenheim herunterreißen; selbst das eingeplante Treffen mit einer Holocaust-Überlebenden entspringt karrieristischem Kalkül.

Doch nach und nach bringen die Begegnungen das Selbst- und Weltbild der jungen Frau ins Wanken. Dafür sorgt zunächst ihr einheimischer Tutor Itay (Doron Amit), der Hannas abgeklärten Zynismus mit Deutschenwitzen und sarkastischen Sprüchen („Wie wär’s mit Sühnesex?“) kontert. Von der alten Jüdin Gertraud (gespielt von der Grande Dame des israelischen Theaters, Lea Koenig) erfährt sie, dass man sich auch als Spätgeborene nicht so leicht aus der historischen Verstrickung befreien kann. Und nebenher muss sich Hanna noch mit einer Landsfrau, die ihren Judenhass als Solidarität mit den Palästinensern tarnt, auseinandersetzen.

Regisseurin Julia von Heinz gelingt das Kunststück, sämtliche Fallstricke im Verhältnis von Deutschen zu Israelis zu spannen, ohne selbst darüber zu stolpern. Im Sperrfeuer von Verdrängung und Verkrampfung, Schuldkomplex und Gleichgültigkeit sucht und findet ihre Protagonistin einen alternativen Weg des Umgangs: indem sie den anderen schlicht und einfach mit offenem Herzen begegnet.

Dabei kommt der Film ohne erhobenen Zeigefinger aus; der unterhaltsame Rahmen ist vielmehr eine bittersüße Liebesgeschichte mit komödiantischen Schlieren. Wer den Durchblick hat, kann sich eben auch auf vermintem Terrain einen leichten Tonfall erlauben.

Deutscher Karriere-Zombie geht in Israel durch die Schule der Empfindsamkeit.

Spielplan

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03.02.2014, 12:00 Uhr | geändert: 25.06.2014, 12:00 Uhr
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10.02.2014

12:00 Uhr

Klex schrieb:

Hätte auch 3 statt 2 Sterne geben können. Der Film ist ganz okay und macht halbwegs Spaß, vor allem aber ist er seicht: Viele wichtige Themen werden angerissen, keines wird vertieft. Ein bisschen Liebe, ein bisschen modernes Israel, ein bisschen Holocaust-Opfer, ein bisschen Arisierung, ein bisschen Arbeit mit Behinderten, ein bisschen Generationenkonflikt, ein bisschen Karitativtourismus mit karrieristischen Hintergedanken, ein bisschen israelischer Militärstaat, ein bisschen israelische Exilszene in Berlin, ein bisschen israelische Araber (Wer in Israel in einem ARABISCHEN Kindergarten arbeitet, muss natürlich die unsympathischste Figur des Films sein, und laut Tagblatt-Rezensent kann dieses Engagement natürlich nur dem Judenhass entspringen.)
Über jedes dieser Themen hätte man einen guten Film drehen können und über die meisten gibt es schon sehr gute Filme. Wer aber alles auf einmal versucht und es dabei allen recht machen will, muss scheitern. Das ist Julia von Heinz gut gelungen.



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