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Lovely Louise

Lovely Louise

Melancholische Komödie über einen schüchternen Taxifahrer, der mit Mitte 50 noch unter dem Regiment seiner Mutter steht.

Jetzt im Kino: Schüchterner Chauffeur mit Mutterkomplex - "Lovely Louise"

Jetzt im Kino: Schüchterner Chauffeur mit Mutterkomplex - "Lovely Louise" --

01:46 min

Schweiz

Regie: Bettina Oberli
Mit: Stefan Kurt, Annemarie Düringer, Stanley Townsend

- ab 0 Jahren

Tagblatt-Wertung

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04.02.2014
  • von Klaus-Peter Eichele

Die Zeit, in der Louise (Annemarie Düringer) lovely war, liegt weit zurück. In den fünfziger Jahren war sie ein Filmsternchen, das sogar mal in Hollywood vorsprechen durfte. Inzwischen ist sie eine zerknitterte und verbitterte alte Frau, die sich in einem Zürcher Mietshaus hinter ihren verklärten Erinnerungen verbarrikadiert. Erschwerend kommt hinzu, dass Louise ihren Sohn André mit ins Unglück reißt. Wie ein Leibsklave muss sich der Mittfünfziger rund um die Uhr um die Ex-Diva kümmern. Ein Eigenleben führt er nur nachts in seiner Bastel-Garage. Und wenn sich doch mal eine andere Frau (Nina Proll) für ihn interessiert, platzt garantiert Mamas Alarm-Anruf ins Techtelmechtel. André (Stefan Kurt) lässt sich all das gefallen, weil er sich insgeheim schuldig an Louises vorzeitigem Karriereende fühlt.

Die krampfhafte Symbiose kommt erst auf den Prüfstand, als sich ein bislang unbekannter zweiter Sohn aus Amerika in die Zweisamkeit drängelt. Der aufdringliche Typ mit unklaren Absichten schürt bei André zunächst Eifersucht und Misstrauen, ehe die Krise erwartungsgemäß zur Chance gedeiht, die Ketten der mütterlichen Diktatur abzuschütteln.

Durften sich in ihrer Erfolgskomödie „Die Herbstzeitlosen“ aufs Abstellgleis geschobene Senioren von der Bevormundung durch die Jungen befreien, dreht die Schweizer Regisseurin Bettina Oberli den Spieß nun um. Abgesehen von den guten schauspielerischen Leistungen, allen voran der 86-jährigen Düringer, kann „Lovely Louise“ mit dem Vorgänger aber nicht mithalten. Dafür sind Charaktere und Milieu zu oberflächlich gezeichnet, verläuft die Erzählung zu vorhersehbar in der geregelten Bahn einer Emanzipations-Tragikomödie. Vor allem aber sind die Bilder dermaßen kraft- und geheimnislos, als sei der öffentlich-rechtliche Fernsehintendant persönlich hinter der Kamera gestanden.

Ex-Diva Düringer schillert als Rabenmutter – der Rest ist Schema F.

Spielplan

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04.02.2014, 12:00 Uhr | geändert: 26.03.2014, 12:00 Uhr
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