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Molière auf dem Fahrrad

Molière auf dem Fahrrad

Französische Komödie um einen Schauspieler im Ruhestand, den ein Kollege unbedingt wieder ins Rampenlicht drängen will.

Jetzt im Kino: Theater wird zur Bühne des Lebens - "Molière auf dem Fahrrad"

Jetzt im Kino: Theater wird zur Bühne des Lebens - "Molière auf dem Fahrrad" --

01:50 min

Frankreich

Regie: Philippe Le Guay
Mit: Fabrice Luchini, Lambert Wilson, Maya Sansa

- ab 0 Jahren

Tagblatt-Wertung

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07.10.2013
  • von Klaus-Peter Eichele

Alles Ratten. Mit dieser Erkenntnis hat der einst gefeierte Schauspieler Serge (Fabrice Lucchini) dem Film- und Theaterbetrieb den Rücken gekehrt. Jetzt lebt er in einem maroden Landhaus an der französischen Atlantikküste mürrisch in den Tag hinein. Dorthin kommt eines Tages sein alter Bekannter Gauthier (Lambert Wilson) mit einem verführerischen Angebot. Der eher minder begabte, als Star einer billigen Arztserie aber immens erfolgreiche Mime will Serge für eine Bühneninszenierung von Molières „Menschenfeind“ gewinnen, mit der er sich von seinem Image als Fernseh-Beau befreien will. Kleiner Schönheitsfehler: Das Stück hat nur eine Hauptrolle – eindeutig zu wenig für zwei ausgewachsene Gockel.

So kommt es bei den improvisierten Leseproben in Serges baufälliger Hütte schon bald zu Konflikten. Anfangs kabbelt man sich noch um die richtige Textinterpretation und die Betonung von Alexandrinern, doch dahinter tun sich menschliche Abgründchen auf. Serge neidet dem Kollegen insgeheim dessen Popularität und Reichtum, während Gauthier daran leidet, dass er seit seinen TV-Triumphen als Künstler unten durch ist. Und bei aller oberflächlich zelebrierter Freundschaft scheut sich keiner der beiden, aus der Verletzlichkeit des anderen rigoros Kapital zu schlagen – gern aus dem Hinterhalt von Molières Text.

Der französische Regisseur Philippe Le Guay („Nur für Personal“) inszeniert diese Machtprobe, die von der Konkurrenz um eine attraktive Italienerin noch zusätzlich angeheizt wird, im Stil einer gepflegten Boulevardkomödie mit intelligent wortwitzigen Schlagabtäuschen und großer Lust an der Verschränkung von Theater und Leben.

Umso überraschender kommt der finale Drift ins bissig Ernste mit der Botschaft: Gemeinsam hätten Serge und Gauthier die Bühnen-Welt aus den Angeln heben können, jeder für sich ist nur ein armseliger Wicht.

Aus Freunden werden (Menschen-)Feinde: Heiteres Gegockel mit bitterer Endnote.

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07.10.2013, 12:00 Uhr | geändert: 15.05.2014, 12:00 Uhr
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