Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Nebraska

Nebraska

Roadmovie in expressivem Schwarzweiß um einen verwirrten Greis, der aufgrund einer Spam-Mail glaubt, Millionär zu sein.

Jetzt im Kino: Alter Säufer will eine Million Dollar kassieren - "Nebraska"

Jetzt im Kino: Alter Säufer will eine Million Dollar kassieren - "Nebraska" --

01:58 min

USA

Regie: Alexander Payne
Mit: Bruce Dern, Will Forte, June Squibb

- ab 6 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating

Film bewerten

rating rating rating rating rating
13.01.2014
  • von Dorothee Hermann

Steifbeinig stolpert der spillerige Alte über den Kiesstreifen am Rand der Schnellstraße. Die schuppenartigen Häuser, die Motels und Tankstellen erinnern ein wenig an Wim Wenders’ „Paris, Texas“. Nur eben in einer monochromen, spätwinterlichen Ausgabe, wie es dem fortgeschrittenen Lebensalter von Woody (Bruce Dern) entspricht, der sich entlang der Highways zu seiner letzten Reise aufmacht, notfalls zu Fuß.

Seit eine dubiose Werbe-Mail ihm einen Millionengewinn versprochen hat, hat sich der wirrhaarige Ex-Mechaniker schon ein paar Mal heimlich abgesetzt, um die Kohle höchstpersönlich im weit entfernten Nebraska abzuholen. Er folgt der Junkversion des amerikanischen Traums, der verfassungsgemäß garantierten Suche nach dem Glück.
Das Realitätsprinzip setzt ihm zu. Der scheinbar ziellos herumirrende Alte wird von der Polizei aufgegriffen (oder von der eigenen körperlichen Schwäche außer Gefecht gesetzt). „Du hast dem Sheriff erzählt, dass du zu Fuß nach Nebraska willst“, sagt schicksalsergeben der Sohn (Will Forte als David), als er den Vater auf der Polizeiwache abholt. „Stimmt genau“, kontert der wortkarge Starrkopf.

Dennoch findet Woody in seinem Filius einen Weggefährten und Verbündeten – zur Empörung seiner gemütlich kugeligen, aber stets scharfzüngigen Ehefrau Kate (June Squibb). David ist seinerseits ein Desillusionierter. Anders als seine Cousins hat er zwar noch einen Job, aber die Selbstverständlichkeit, mit der seine Elterngeneration ihre Familien gründete, ist ihm ein Rätsel.

Allmählich wendet sich die Perspektive vom Draußen des Unterwegsseins nach innen, in die Blinker Tavern in Woodys Herkunftsstädtchen Hawthorne, wo offene alte Rechnungen lauern – oder angesichts seiner erwarteten Reichtümer flugs erfunden werden. Jenseits dieser Komödienelemente entwickelt sich eine leise Intimität zwischen Woody und seinem Sohn David, der nebenbei erfährt, dass es einen handfesten Grund für das Verstummen des Vaters gibt.

Regisseur Alexander Payne („About Schmidt“) ist ein wunderbar schräges Roadmovie gelungen, das soeben sechs Oscar-Nominierungen eingefahren hat. Das ist nicht zuletzt den Schauspielerveteranen Bruce Dern (77) und June Squibb (84) zu verdanken.

Alt, haarig, starrsinnig – eine paradoxe Inkarnation des amerikanischen Traums.

Spielplan

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

13.01.2014, 12:00 Uhr | geändert: 06.03.2014, 12:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
27.02.2014

12:00 Uhr

Fabian schrieb:

Tiefgründig und schön wie das Leben: Ein alter alkoholkranker Mann sucht die Achtung seines Umfelds mithilfe eines vermeintlichen Lottogewinns. Er erntet deren Achtung und Verachtung im Wechselspiel. Schließlich hilft ihm sein Sohn.



Anzeige
GelesenNeueste Artikel

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-0
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934166
wip@tagblatt.de

Zum Kontaktformular
Single des Tages
date-click