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Tübinger Pfadfinderstamm Drágan ist noch jung
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Tübinger Pfadfinderstamm Drágan ist noch jung

Der TAGBLATT ANZEIGER stattete dem noch jungen Tübinger Pfadfinderstamm Drágan auf seinem Herbstlager im Kirnbachtal einen Besuch ab.

08.11.2017

Es ist nass und kalt, aber der stellvertretende Stammesleiter Roland Schraven ist bester Laune. Auf einem Rundgang erklärt er den Zweck der einzelnen Zelte und weist stolz auf die beeindruckenden Lagerbauten hin. Die Kinder – genannt Grüpplinge – befinden sich gerade auf einem Feldspiel. Bei prasselndem Feuer und Kerzenschein reden wir in einem Zelt.

TAGBLATT ANZEIGER: Wie kann man den Stamm kurz beschreiben?

Roland Schraven: Offiziell sind wir noch Aufbaugruppe. Das bedeutet, wir haben vor drei Jahren beim Landesverband den Antrag gestellt, eine neue Aufbaugruppe in Tübingen zu gründen. Sobald wir ein Programm für zwei komplette Stufen anbieten und regelmäßig durchführen können, können wir beantragen, ein Stamm zu sein.

Stufen?

Die Kleinen bei uns zwischen 6 und 11 Jahren sind Wölflinge, von 12 bis 16 sind sie Pfadfinder und ab 16 Jahren wird man Ranger/Rover.

Woher stammt der Name?

Drágan ist vom altkeltischen Wort für Drache abgeleitet. Den Namen haben wir uns selbst gegeben, einfach, weil er uns gut gefallen hat.

Ihr seid nicht kirchlich gebunden?

Richtig, das ist aber keine Besonderheit des Stammes, sondern liegt am Bundesverband. Der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder ist eine Abspaltung vom Bund Deutscher Pfadfinder. Der hat in den 1970er Jahren beschlossen, sich keiner Konfession anzuschließen, da die Pfadfinderei nicht notwendig etwas mit Glauben zu tun haben muss.

Viele Vereine haben Probleme mit dem Nachwuchs. Geht es euch da auch so?

Anfänglich war das so. Der Begriff Pfadfinder ist anscheinend nicht mehr so verbreitet im gesellschaftlichen Bewusstsein. Inzwischen haben wir aber durch Eigenwerbung und öffentlicher Präsenz ausreichend Anträge von interessierten Kindern.

Viel schwieriger ist es, Leiter zu finden. Wir gehen davon aus, das liegt an der besonderen Lage von Tübingen. Zum einen verlassen viele mit 18 Jahren die Stadt, auf der anderen Seite kommen viele Studierende durch das Bachelor/Master-System nur für drei Jahre nach Tübingen und wollen sich in der kurzen Zeit nur selten auf eine nachhaltige Vereinsarbeit einlassen. Wenn also jemand, der das liest, Interesse an Kinder- und Jugendarbeit im Kontext der Pfadfinderei hat, würden wir uns sehr freuen, wenn er sich bei uns meldet.

Was gibt es über das Lager hier zu sagen?

Das Lager stellt unseren Jahresabschluss dar. Wir haben entschieden, es dieses Mal etwas größer aufzuziehen und befreundete Stämme eingeladen. Dem Aufruf sind Stamm Buntschuh aus Karlsruhe und die Stämme Bergwolf und Feuerreiter aus Stuttgart gefolgt. Bei diesem Lager bieten wir für die Kinder vor allem handwerkliche Workshops an. Je nach Altersstufe ist es möglich, verschiedene Nutzgegenstände zu schmieden. Ein anderes Angebot besteht im Herstellen von Steckstühlen, um sich eine gemütliche Sitzgelegenheit zu schaffen. Außerdem kann man Schnitzen, Nähen und Kerzenhalter fertigen.

Was ist euch wichtig, an die Kinder zu vermitteln?

Hauptsächlich geht es uns darum, Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein zu fördern. Methodisch läuft viel über Learning by doing; ausprobieren, was man kann, wo die eigenen Fähigkeiten liegen.

Außerdem sind für uns natürlich Grundbefähigungen wichtig, wie Feuermachen, Zelte richtig aufbauen, Kochen. (denkt kurz nach) Gerade in unserer Zeit, in unserer Gesellschaft, die immer mehr individualisiert, erscheint es mir von großer Bedeutung, dass der Gemeinschaftsgedanke, die Verantwortungsübernahme für andere, was gerade auf so einem Lager täglich gepflegt und erlernt wird, am Ende wieder zurück in die Gesellschaft getragen wird.Interview: Philipp Schmidt

Die Gruppenstunden finden jeden Freitag von 16 bis 18.30 Uhr beim Waldkindergarten Hobbits in Derendingen statt. Interessierte sind zum Schnuppern eingeladen.

Der Stamm ist auf Facebook unter Drágan präsent.

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08.11.2017, 01:00 Uhr
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