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Subjektiver Mix

111 Orte, die man gesehen haben muss

2008 brachte der Kölner emons-Verlag, dessen Schwerpunkt eigentlich auf der Veröffentlichung von Regionalkrimis lag, einen Stadtführer über Köln heraus, der in erster Linie für Kölner gedacht war: „111 Orte in Köln, die man gesehen haben muss“ wurde ein Erfolg und Startschuss für eine Reihe, in der mittlerweile über 200 Bände erschienen sind. Katharina Sommer hat den über Tübingen geschrieben.

04.01.2017

Katharina Sommer ist die Autorin von „111 Orte in und um Tübingen, die man gesehen haben muss“. Bilder: Andrea Bachmann

Frau Sommer, was machen Sie beruflich?

Heute bin ich Reiseleiterin und schreibe Reiseführer, Texte für Bildbände und Magazine. Dafür bin ich oft monatelang auf Reisen. Anfangs in Japan, China und Indien, jetzt mehr in Skandinavien und Island. Ich habe unter anderem Bücher über Tokio und Kyoto sowie als Ghostwriter über Ladakh geschrieben. Dazu kommen Sprachführer wie Taiwanesisch und Chinesisch. Ich mache gerne neue Sachen und erobere mir nach und nach die Welt.

Auch das Tübingen-Buch war für mich wie eine exotische Reise, denn durch die 111 Orte habe ich Stadt und Umgebung völlig neu entdeckt. Schön fand ich es hier schon immer – aber Tübingen ist wirklich etwas Besonderes. Ich bin 1986 zum Studium der Sinologie nach Tübingen gekommen und lebe immer noch hier, wenn ich nicht gerade auf Reisen bin.

Wer kam auf die Idee, dass Sie dieses Buch schreiben könnten?

Ich selbst. Ich habe die Reihe entdeckt, sie sehr ansprechend gefunden und gedacht, das wäre etwas für mich – es muss ja nicht immer der Himalaya sein. Bei der Arbeit an dem Buch fand ich es dann schön, so viel Zeit zu haben und bestimmte Orte mehrmals aufsuchen zu können, um zum Beispiel verschiedene Fotos machen zu können und mich intensiver mit Orten zu beschäftigen. Das ist auf Reisen oft nicht möglich. Da hat bei mir ein regelrechter Blickwechsel stattgefunden, den ich auch meinen Leserinnen und Lesern wünsche.

Wie haben Sie die 111 Orte zusammengestellt?

Ich habe viel recherchiert, gelesen, Leute befragt... Eigentlich habe ich mich ein bisschen treiben lassen und bin so von einem zum anderen gekommen. Ich habe einige Zeit als freie Mitarbeiterin in der Rottenburger TAGBLATT-Redaktion gearbeitet und mich an ein paar Dinge erinnert, über die ich bereits geschrieben habe. Ein starr festgelegtes Konzept gab es aber nicht. Die Auswahl ist ein subjektiver Mix aus Kultur, Natur und Geschichte. Verblüfft hat mich die Tatsache, dass selbst manch Belsener den Bergrutsch nicht kennt.

Was ist denn Ihr Lieblingsort?

In der Umgebung ist es der Kornbühl mit der Salmendinger Kapelle, ich liebe die Stimmung dort.

Und in Tübingen? Ich weiß gar nicht – vielleicht die Jakobuskirche, weil da immer noch Geheimnisse drin stecken, wie etwa das mit den Sonnenscheiben. Überraschend war für mich das Grab von Elisabeth Käsemann in Lustnau. Das Schicksal der Tübinger Pfarrerstochter, die in einem argentinischen Folterkeller ermordet worden ist, hat mich nicht nur sehr berührt, sondern mir auch gezeigt, wie viele unterschiedliche Lebenswege Tübingen birgt.

Also geht es nicht nur um Orte in Tübingen selbst?

Nein, im Gegenteil. Es sind viele Ausflugsziele in der Umgebung dabei, teilweise ganz versteckte Dinge. Ich wünsche mir, dass Leser Spaß daran haben, mein Buch zu benutzen und es als Aufforderung verstehen, sich ebenfalls auf Spurensuche zu begeben.

Interview: Andrea Bachmann

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Erstellt:
4. Januar 2017, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
4. Januar 2017, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 4. Januar 2017, 01:00 Uhr

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