Große Angst vor dem kleinen Pieks

Ablenkung kann helfen und andere Tipps, wie man mit der Spritze zurechtkommt

Wenn bereits der Gedanke an eine Impfung oder Blutabnahme beim Arzt Angstgefühle, manchmal sogar richtige Panik auslöst, kann eine Trypanophobie, auch Spritzenphobie genannt, die Ursache sein.

26.05.2021

Bauchatmung und progressive Muskelanspannung empfiehlt ein Versicherungsexperte bei Angst vor Spritzen. Archivbild: Ulrich Metz

Menschen sind grundverschieden. Und genauso vielfältig können auch die Ursachen für eine Spritzenphobie sein. „Häufig gehen solche Ängste auf Erlebnisse und Erfahrungen in der Kindheit zurück“, weiß Carsten Sellmer, Gesundheitsexperte der IDEAL Versicherung.

Aber auch im Erwachsenenalter können sich solche Ängste entwickeln – etwa, wenn eine Blutabnahme besonders schmerzhaft verlaufen ist und sich daraufhin eine Schwellung oder ein Bluterguss gebildet hat oder der Patient tagelang unter Schmerzen im Arm leidet. „Doch nicht jede Angst vor einer Spritze ist gleich eine Phobie. Eine gewisse Anspannung vor dem Einstich ist völlig normal“, weiß der Gesundheitsexperte.

Das Beherzigen kleiner Tipps kann helfen, die Angst zu überwinden – nicht immer ist gleich eine Therapie notwendig. Sellmer rät beispielsweise, vor dem Einstich tief einzuatmen und die Luft anzuhalten. Dadurch steigt der Blutdruck und die Herzfrequenz sinkt. Das wiederum stimuliert bestimmte Rezeptoren und führt zu einer geringeren Schmerzwahrnehmung.

Wer Probleme mit Ohnmacht hat, kann mit progressiver Muskelanspannung seinen Körper vorbereiten: Dabei gilt es, für etwa 15 Sekunden alle Muskeln anzuspannen und sie anschließend für ungefähr 30 Sekunden nach und nach zu entspannen. „Diese Übungen erhöhen den Blutdruck und sorgen dafür, dass er nicht so schnell abfällt und zur Ohnmacht führt“, erklärt der Gesundheitsexperte. Wer zur Ohnmacht neigt, sollte sich zudem unbedingt im Liegen spritzen lassen.

Auch Ablenkung kann hilfreich sein – etwa, indem man mit der Ärztin oder dem Personal ein Gespräch beginnt und auf keinen Fall auf die Einstichstelle blickt. „Grundsätzlich sind – egal bei welcher Art von Ängsten – spezielle Atemtechniken empfehlenswert. Diese sollten jedoch regelmäßig geübt werden, um sie im Ernstfall auch anwenden zu können“, weiß Sellmer. Gut geeignet ist etwa die Bauchatmung: Beim Einatmen werden die Bauchmuskeln herausgeschoben, beim Ausatmen ziehen sie sich wieder hinein.

TA

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Erstellt:
26. Mai 2021, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
26. Mai 2021, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 26. Mai 2021, 01:00 Uhr

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