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Trinken, bis nichts mehr geht?

Alle Altersgruppen haben Probleme mit dem Alkoholkonsum

Alkoholmissbrauch bleibt leider ein Thema – auch im Südwesten, und auch unter den Versicherten der AOK Baden-Württemberg.

20.12.2017

Komasaufen ist bei den 15- bis 19-Jährigen beliebt. Fast 1000 Jugendliche waren es im Jahr 2016 im Land. Archivbild: Haas

Von 2011 bis 2016 haben sich die Fallzahlen mit Hauptdiagnose „Komatrinken“ zwar tendenziell rückläufig entwickelt, im Jahr 2016 war jedoch wieder ein leichter Fallzahlenanstieg wahrnehmbar. Von 6564 auf 6645 Betroffene stiegen im vergangenen Jahr die belegten Fälle an.

Die meisten Komatrinker fanden sich in der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen, nämlich 992 Fälle (14,9 Prozent). „Der rauschhafte Alkoholkonsum ist in jungen Jahren besonders schädlich. In diesem Alter kann der Alkohol nur sehr langsam abgebaut werden, daher können bereits geringe Mengen zu schweren Schädigungen und Vergiftungen führen“, sagt Sabine Knapstein von der AOK Baden-Württemberg. Die Medizinerin warnt gerade vor den Folgen, die Alkoholmissbrauch in jungen Jahren haben kann, denn bei Jugendlichen „ist die körperliche und geistige Entwicklung noch nicht abgeschlossen.“

Den missbräuchlichen Griff zur Flasche machen sich aber leider nicht nur Jugendliche zur Gewohnheit. Im Jahr 2016 waren 19 535 Versicherte wegen alkoholbedingten Störungen in stationärer Behandlung. Fast die Hälfte davon (8.499 Fälle oder 44 Prozent) waren älter als 50 Jahre.

Die Zahl der Personen, die ihren Alkoholkonsum nicht mehr im Griff hat, ist unter den Männern zwei bis vier Mal höher als unter den Frauen, doch unabhängig vom Geschlecht leiden vor allem die 50- bis 54-Jährigen unter alkoholbedingten Störungen. „Für die meisten Erwachsenen in Deutschland gehören alkoholische Getränke zum Alltag und erst recht zu Feierlichkeiten aller Art. Den heute 60-Jährigen sind alkoholische Getränke und ihre Wirkungen vermutlich seit mehr als 40 Jahren vertraut. Das Älterwerden bringt jedoch Veränderungen mit sich, die zu einem besonders bewussten und mäßigen Umgang mit Alkohol raten lassen“, fasst Sabine Knapstein zusammen. „Im Alter ändert sich die Reaktionsweise des Körpers auf Alkohol. Die Alkoholverträglichkeit nimmt im höheren Lebensalter ab. Mit steigendem Alter sinkt der Wasseranteil im Körper. Die gleiche Menge getrunkenen Alkohols verteilt sich bei älteren Menschen deshalb auf weniger Körperflüssigkeit und führt zu einem höheren Alkoholpegel.“ fk

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Erstellt:
20. Dezember 2017, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
20. Dezember 2017, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. Dezember 2017, 01:00 Uhr

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