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Altpapier bündeln oder in die Blaue Tonne?

In den letzten Wochen haben alle Haushalte im Landkreis Tübingen Post vom Landratsamt bekommen. Wer möchte, kann eine blaue Altpapiertonne bestellen und das Altpapier von den Entsorgungsbetrieben abholen lassen.

08.02.2017
  • Andrea Bachmann

Kreis Tübingen. Das Sammeln von Altpapier oblag im Kreis bislang Vereinen, die mit dem Erlös aus dem wertvollen Rohstoff Altpapier ihre Vereinskasse aufbessern konnten. Roland Schindler ist Vorsitzender des Vereins zur Rohstoffrückgewinnung (VzR). Der Verein organisiert die Altpapiersammlung durch die Vereine im Kreis. Der TAGBLATT ANZEIGER sprach mit Roland Schindler.

Werden die sammelnden Vereine jetzt vom Landratsamt ausgebremst?

Das Landratsamt möchte uns damit sogar unterstützen: Vor etwa fünf Jahren wollten private Entsorger alle Haushalte mit blauen Tonnen versorgen und so den Vereinen das Altpapier wegnehmen. Der Landkreis wollte das verhindern, durfte das aber nicht. Jetzt bietet das Landratsamt denen eine blaue Tonne an, die eine haben möchten, lässt aber den Vereinen die Möglichkeit, weiterhin zu sammeln.

Lohnt sich das denn noch für die Vereine?

Ja, es ist aber weniger geworden. Die Kosten für die Umleersammelfahrzeuge, die wir inklusive Fahrer mieten müssen, sind in den letzten Jahren gestiegen, die Preise für Altpapier aber nicht. Nur um die Fixkosten zu decken, müssen pro Sammelbezirk mindestens zwölf Tonnen Altpapier gesammelt werden. Aber es gibt noch genug Vereine, die trotz der blauen Tonnen im Jahr 2018 weiter machen wollen, weil sie am Altpapier verdienen. Wir haben alle unsere Mitgliedsvereine angefragt, und nur acht Absagen bekommen.

Wie viele Vereine beteiligen sich an den Altpapiersammlungen?

Der Verein zur Rohstoffrückgewinnung ist ein Dachverband für etwa 50 Vereine. In der Tübinger Innenstadt teilen sich etwa 30 Vereine die Sammeltermine, am 21. Januar waren zum Beispiel sechs Vereine am Start. Pro Fahrzeug braucht man drei bis vier Personen. Der Fahrer ist natürlich ein Profi – anders würde das vor allem in den engen Altstadtgassen gar nicht funktionieren.

Auch wenn es anders zu lesen ist, wir werden in den Stadtteilen Hagelloch und Hirschau die Sammlungen im nächsten Jahr weiterführen.

Funktioniert das immer?

Im Großen und Ganzen funktioniert das gut. Allerdings sind immer weniger junge Leute bereit, Altpapier zu sammeln und es ist auch wirklich harte Arbeit, vor allem im Winter, wenn es bitterkalt ist. Zu dritt bewegt man an einem Tag etwa 30 Tonnen Papier, das sind für jeden zehn Tonnen, die er lupfen und über die Ladekante des Wagens werfen muss. Wenn das Papier auch noch nass ist und Bündel oder Kartons aufreißen, kommt da echt Freude auf!

Wer den Sammlern helfen will, sollte sein Altpapier in eher kleineren Portionen gut bündeln oder in stabilen Papiertragetaschen auf die Straße stellen.

Wie wird sich die blaue Tonne auf die Vereinssammlung auswirken?

Vielleicht müssen wir den Sammelrhythmus reduzieren, was natürlich für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet, dass sie das Altpapier länger daheim aufbewahren müssen. Vielleicht machen wir auch aus zwei Sammelbezirken einen, um die Autos besser auszulasten. Vielleicht kommt irgendwann tatsächlich der Moment, an dem wir es lassen, weil die Fixkosten zu hoch sind, aber da sind wir noch lange nicht. Am liebsten wäre es uns natürlich, wenn niemand eine blaue Tonne bestellen würde. Oder nur Papierschnipsel und Ähnliches in die Tonne wirft. Zeitungen, Zeitschriften und Kataloge sollten an die Straße gestellt werden, um weiterhin die Vereine zu unterstützen.

Interview von Andrea Bachmann

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08.02.2017, 01:00 Uhr
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