Impfen nicht nur gegen Covid-19

Andere Infektionskrankheiten werden vernachlässigt – mit drastischen Folgen

Während die Corona-Impfbereitschaft in Deutschland zumindest bei Älteren vorhanden ist, sieht es bei Impfungen gegen andere Infektionskrankheiten deutlich schlechter aus.

17.11.2021

Grippeimpfungen und Co. kamen in der Pandemie oft zu kurz – dabei bieten sie Schutz vor Krankheit. Bild: sharryfoto / fotolia

Das bestätigt eine aktuelle Online-Umfrage der Deutschen Seniorenliga. Dort gibt die große Mehrheit (79,5 Prozent) an, dass sich ihr Impfverhalten durch die Pandemie nicht verändert hat.

Bei 17 Prozent ist die Impfbereitschaft nicht gestiegen, bei drei Prozent gesunken. Die Deutsche Seniorenliga rät in diesem Zusammenhang, den Empfehlungen der STIKO (Ständigen Impfkommission) zu folgen und neben der Covid-Impfung auch an Standardimpfungen wie insbesondere die Grippe- und Pneumokokkenimpfungen zu denken. Die Impfkampagne zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie läuft bei den 60-Jährigen und Älteren im Gegensatz zu Jüngeren vergleichsweise gut. Die Impfquote beträgt hier mehr als 86 Prozent (mindestens einmal geimpft).

Bei anderen empfohlenen Schutzimpfungen werden nicht annähernd die Impfziele erreicht. Im Gegenteil: Um 27 Prozent ist die Zahl der Standardimpfungen im ersten Halbjahr 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eingebrochen. Für die meisten gesunden Menschen ist eine Grippe-Infektion (Influenza) nicht lebensbedrohlich. Für ältere Menschen und Personen mit Grunderkrankungen kann sie aber zur Gefahr werden. So starben in Deutschland in der besonders schweren Grippewelle 2017/18 geschätzt etwa 25 000 Menschen durch Influenza. Die Grippe-Impfung wird daher von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Personen ab 60 Jahren empfohlen, aber auch für jüngere Menschen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung durch chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten.

Wie die Grippe kann auch eine Lungenentzündung, ausgelöst durch Pneumokokken, lebensbedrohlich werden. Das gilt besonders, wenn mehrere Infektionen aufeinandertreffen. Ein Impfschutz dagegen kann das Risiko solcher Doppel- oder gar Mehrfachinfektionen erheblich reduzieren. TA

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Erstellt:
17. November 2021, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
17. November 2021, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. November 2021, 01:00 Uhr

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