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Aus der Luft und zu Fuß (6)

Bahnhof Eyach

In Eyach stehen zwei Bahnhöfe. Einer gehört der Hohenzollerischen Landesban, der andere der Deutschen Bahn. Er ist der ältere der beiden, wurde schon 1864 von der Württembergischen Zollernbahn erbaut und stand an der Bahnlinie zwischen Rottenburg und Tübingen. Sie sind seit 1996 durch Gleise miteinander verbunden, wer umsteigen muss, braucht jetzt nur noch den Zug zu wechseln und muss nicht mehr von einem Bahnhof zum anderen laufen.

24.01.2018

Von Andrea Bachmann

Bild: Erich Sommer

Kaum vorstellbar, dass vor 120 Jahren nicht weniger als 417 Tonnen flüssiger Kohlensäure aus den Sauervorkommen zwischen Mühringen und Imnau den Bahnhof Eyach verließen, um in ganz Deutschland in der Industrie und der Lebensmittelherstellung Verwendung zu finden. Hundert Jahre später waren es sogar 15 000 Tonnen. Dann waren die Mineralwasser- und Kohlendioxidvorkommen des kleinen Städtchens erschöpft, die Umweltauflagen wurden immer strenger und die Industrieanlagen still gelegt. Der Bahnhof blieb jedoch erhalten.

Heute sind die Eyacher Bahnhöfe ein Sehnsuchtsort für Eisenbahnromantiker, Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren in einer der schönsten Ecken zwischen Alb und Schwarzwald und beliebte Pendlerstation für Beschäftigte in Tübingen.

Sie befinden sich ziemlich genau dort, wo die Eyach in den Neckar mündet. Der kleine Mittelgebirgsfluss entspringt in der Nähe von Pfeffingen und macht sich auf eine etwa 50 Kilometer lange abwechslungsreiche Reise von der Schwäbischen Alb bis zum Neckar. In Jahrtausenden haben ein ehemaliger Nebenfluss der Urdonau und die in Gegenrichtung dazu verlaufende Eyach eine märchenhafte Felsenlandschaft geformt. Von den 460 Höhenmetern, die die Eyach auf ihrem Weg überwindet, sind die beeindruckendsten sicherlich der sechs Meter hohe Wasserfall bei Laufen.

Wer mag, steigt in Hechingen in die Hohenzollerische Landesbahn und lässt sich dreißig wildromantische Kilometer durch das enge Flusstal nach Eyach fahren. An Heiligabend 1912 fuhr die erste Eisenbahn von Eyach nach Hechingen, die Bahnlinie sollte die hohenzollerische Provinz mit der großen weiten Welt verbinden. Dazu baute die Hohenzollerische Landesbahn sich einen eigenen Bahnhof.

Die Strecke galt damals als Meisterwerk der Ingenieurskunst. Mehrere Viadukte und ein 145 langer, gebogener Tunnel machen die Fahrt noch heute zu einem echten Eisenbahnerlebnis.

Anfang der 1970er-Jahre läutete man nicht nur das Ende der Dampfloks ein, sondern gab auch nicht mehr allzu viel auf den Schienenverkehr überhaupt: Die Hohenzollerische Landesbahn legte die Bahnlinie zwischen Haigerloch und Eyach und bald auch zwischen Haigerloch und Hechingen still und beförderte die Menschen fortan mit einem Linienbus. 2008 besann man sich auf die landschaftlichen und eisenbahnerischen Schönheiten der alten Bahnstrecke. Vom 1. Mai bis Ende Oktober verkehrt wieder ein Zug im Zweistundentakt zwischen Eyach und Hechingen. Wald und Wiesen, Schlösser, Burgruinen und malerische Städtchen können so entdeckt werden.

Bild: Erich Sommer

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Erstellt:
24. Januar 2018, 11:22 Uhr
Aktualisiert:
24. Januar 2018, 11:22 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. Januar 2018, 11:22 Uhr

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