Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Barrierefreiheit in den eigenen vier Wänden
So funktioniert’s!

Barrierefreiheit in den eigenen vier Wänden

12.09.2018

Barrierefrei bedeutet: Hier haben auch all jene die Chance, sich fortzubewegen, die nicht auf zwei gesunden Beinen durchs Leben laufen. Und es scheint fast so als würde die Neckar-Region tagtäglich ein Stück barrierefreier. Durchs Wildgehege im Schönbuch geht es mittlerweile barrierefrei. Und sogar der Tübinger Gemeinderat stellte beim Umbau der Neckargasse eine Forderung zur Barrierefreiheit auf. Neben dem öffentlichen Leben, das sich zusehends mehr auf Rollstuhlfahrer und auch junge Familien mit Kinderwagen einstellt, wird auch in vielen Privathäusern und Wohnungen nachgerüstet. Welche Bausteine im Privaten nötig sind, weist die DIN 18040-2 aus. Was die Umsetzung dieser DIN-Norm in der Praxis bedeutet, verrät dieser Beitrag.

Barrierefreiheit in den eigenen vier Wänden
Mit zunehmendem Alter wird eine Badewanne bzw. ihr hoher Rand zum unüberwindbaren Hindernis. Ein Umbau von der Wanne zur Dusche kann auch aus Teilsanierung durchgeführt werden.. Bild: pixabay.com © ErikaWittlieb (CC0 Public Domain)

Die barrierefreie Badgestaltung

Das Bad ist ganz häufig der erste Raum, der in Angriff genommen wird, wenn es um die barrierefreie Gestaltung des Wohnraums geht. Zwar ist die Umgestaltung eines Badezimmers mitunter recht teuer, allerdings auch einer der wichtigsten Räume im eigenen Zuhause. Hier möchte sich jeder Mensch möglichst bis ins hohe Alter selbst aufhalten, allein zurechtkommen und nicht auf Hilfe angewiesen sein. So kann’s funktionieren:

- Badewanne/Dusche. Ein Umbau von der Wanne zur Dusche ist der wichtigste Schritt in punkto Badsanierung. Damit ist das Hindernis des überhohen Wannenrandes passé. Stattdessen kann bequem die Dusche beschritten werden. Wer keine Vollsanierung des Badezimmers anstrebt, kann auch schlichtweg die Wanne gegen die Dusche tauschen, ohne einen Umbau an den Rohren zu initiieren. Das spart Zeit und Kosten und ist oft die angenehmere Lösung als der Badewannenlift oder die Sitzbadewanne.

- Waschbecken. Beim Waschbecken ist vor allem die Höhe des Waschtischs von Bedeutung. 80 bis 85 Zentimeter sind ein ideales Maß, um am Waschtisch sitzen zu können. Damit die Beine darunter Platz haben, sollte kein Unterschrank unter dem Waschtisch sein. Um die Verbrennungsgefahr zu minimieren, raten Experten zum sogenannten Unterputzsiphon. Die Armaturen sowie die Ablageflächen rund ums Waschbecken müssen gut erreichbar sein. Der Spiegel muss entsprechend tief angebracht werden.

- Toilette. Der alte Standard (= eine Höhe von 42 Zentimetern) ist für Menschen, die sich beim Aufstehen schwertun, nicht ideal. Besser ist eine Höhe zwischen 46 und 48 Zentimetern. Passgenauigkeit und Variabilität in einem bietet hingegen eine höhenverstellbare Toilette.

Die barrierefreie Küche

In der Küche wird ein Unterschied ganz deutlich: Eine barrierefreie Küchengestaltung muss noch lange nicht heißen, dass ein Mensch im Rollstuhl in der Küche klarkommt. Wer seine Küche so umgestalten will, dass sie selbst im Rollstuhl noch nutzbar wäre, findet in der DIN 18040-2 entsprechende Richtwerte, die bei der Küchenplanung helfen.

Um sich mit einer Gehhilfe mühelos bewegen zu können, muss ein Bewegungsradius von 120 mal 120 Zentimeter vorliegen. Wer im Rollstuhl sitzt, braucht zu allen Seiten hin noch 30 Zentimeter mehr Platz. Mit denselben Maßen ist auch die Mindesttiefe der Küchenmöbel beschrieben: 120 Zentimeter ohne Rollstuhl, 150 Zentimeter mit Rollstuhl. Der Esstisch sollte etwa 60 Zentimeter in der Höhe und 80 Zentimeter in der Breite haben.

Bezüglich der Höhe gibt es hingegen kein Normmaß. An dieser Stelle muss die eigene Körpergröße bedacht werden, um die Küche bestmöglich nutzbar zu machen. Wichtig ist auch hier (ähnlich wie im Bad): Unterschränke sind kontraproduktiv, denn sie verhindern, dass der Rollstuhlfahrer unter die Arbeitsplatte kommt.

Barrierefreiheit in den eigenen vier Wänden
In einer Küche wie dieser lauern zwar keine Stolperfallen in Form von Vorlegern, jedoch ist die Arbeitsplatte nicht unterfahrbar. Nur am Tisch könnte die gehbehinderte Person sitzen. Bild: pixabay.com © Skitterphoto (CC0 Public Domain)

Weitere wichtige Details sind dies:

- Höhenverstellbare Elemente sind einzusetzen, so oft es möglich ist. Vor allem bei der Arbeitsfläche und auch bei Oberschränken sind diese hilfreich.

- Anstatt auf Schränke mit Türen sollte besser auf Schränke mit Schubladen gesetzt werden. Sie sind einfacher zu öffnen und auch die Utensilien sind hieraus einfacher zu entnehmen.

- Bei der Detailausstattung gilt: Ein Brauseschlauch und ein Temperaturbegrenzer bringen und Komfort und Sicherheit gleichermaßen. Steckdosen und Lichtschalter müssen in Reichweite sein. Herd und Backofen müssen in punkto Höhe angepasst werden.

Barrierefreiheit im Wohnraum. So funktioniert’s

Wer den Traum der Barrierefreiheit in die Praxis umsetzen möchte, muss sich auch über Türen Gedanken machen. Diese müssen leicht und idealerweise ohne großes Rangiermanöver zu öffnen sein. Ein elektrischer Türöffner ist hierfür die beste Variante. Ideal sind auch Türen in Sondermaßen. Je breiter die Tür ist, desto leichter ist der Durchgang möglich. Wer nicht auf eine Automatiktür setzen möchte, könnte sich auch für eine Falt- oder Schiebetür entscheiden. Sie hat den Vorteil, nicht auszuscheren und deswegen auch ein Manövrieren unnötig zu machen.

Barrierefreiheit kann aber auch im Kleinen beginnen: Wer ausmistet und sich von Staubfängern trennt, erleichtert sich selbst die Hausarbeit und minimiert die Unfallgefahr. Bett, Tisch und Couch sollten grundsätzlich so gewählt sein, dass sie eine angenehme Höhe haben, die das Aufstehen erleichtern. Stolperfallen wie etwa Tischvorleger und Co. sollten direkt beim Ausmisten mit aussortiert werden.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

12.09.2018, 09:02 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
Der Tagblatt-Anzeiger als E-Paper
Anzeige
GelesenNeueste Artikel

Aus der Luft und zu Fuß



Alle Folgen der Serie zu den Ortschaften im Landkreis Tübingen gibt es in unserem Themen-Dossier.

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular
Single des Tages
date-click