Pandemie prägt Arbeitsmarkt

Baubranche floriert weiter, der Vertrieb hingegen ist ausgebremst

Das Virus hat die Wirtschaft und das gesellschaftliche Leben völlig durcheinandergewirbelt – mit Auswirkungen auf den Fachkräftebedarf. Manche Berufe hat man sofort vor Augen, wenn das Stichwort Covid-19 fällt. Aber nahezu alle Tätigkeiten sind betroffen.

24.11.2021

Medizinischer Personal, doch auch IT-Profis sind besonders gesucht, wie der „DEKRA-Arbeitsmarktreport 2021“ offenbart. Archivbild: Ulrich Metz

Erstmals befinden sich drei Berufe aus dem Gesundheits- und Pflegebereich unter den Top-Ten-Berufen – der Bedarf an Vertriebsmitarbeitern ist verhaltener, wie der „DEKRA Arbeitsmarkt-Report 2021“ ergeben hat.

Eines war vorab zu erwarten: Pflegefachkräfte werden wohl ganz vorn mit dabei sein. Dennoch überraschte ihre hohe Präsenz auf den vordersten Rängen: Altenpflegekräfte sind vorbeigezogen und befinden sich im Gesamtranking nun auf dem zweiten Platz, direkt vor Gesundheits- und Krankenpflegekräften. Zum Vergleich: Im Vorjahr lagen sie noch auf Rang 13. Ärztinnen und Ärzte haben in diesem Jahr Premiere: ihnen gelang der Sprung von Position 23 auf den vierten Rang.

Das Bauwesen zeigte sich insgesamt wenig beeindruckt von der Pandemie, wovon insbesondere die Handwerksberufe unter den Top-Ten-Berufen profitieren. Elektronikerinnen und Elektroniker sind an die Spitze aller Berufe zurückgekehrt, sie kommen sowohl in der Industrie als auch im Handwerk zum Einsatz. Auch Sanitärbetriebe partizipieren am Bau- und Sanierungsboom und benötigen dringend Personal.

Bauprojekte sind komplex, denn alle Gewerke müssen koordiniert ineinandergreifen und ihre Arbeit muss kontrolliert werden. Jobsuchende mit Ambitionen auf eine Bauleitung können momentan aus so vielen Angeboten wählen wie nie.

Der Tätigkeitsbereich Vertrieb dürfte momentan nicht zu den größten „Sorgenkindern“ von Recruiting-Abteilungen gehören. Arbeitgeber benötigen hier vor allem Personal für die Kundenbetreuung und Beratung.

Alle anderen Vertriebsberufe, die in der Vergangenheit oft weit vorne lagen, sind im Ranking zurückgefallen. Kein Wunder, Messen und andere Veranstaltungen finden bestenfalls online statt. Auch dürfte die Fluktuation im Vertrieb derzeit niedriger sein als gewohnt. Dies hat dazu geführt, dass sich der Anteil der Vertriebsberufe an der Gesamtstichprobe auf seinem Tiefststand befindet (9,3 %). Dennoch: Wer im Vertrieb auf Jobsuche ist, kann weiterhin zwischen vielen Angeboten wählen.

Ende des Ingenieurbooms?

Der Anteil an Ingenieurstellen ist in diesem Jahr so niedrig wie nie. Nur noch gut jede zwanzigste Offerte ist im Ingenieurwesen ausgeschrieben. Innerhalb der klassischen Disziplinen hat die Fachrichtung Architektur und Bauingenieurwesen das Rennen klar für sich entschieden: Eine von drei Ingenieurstellen geht an sie (2020: 24,0 Prozent). Die Elektrotechnik sowie Maschinen- und Fahrzeugtechnik folgen mit großem Abstand (20,8 bzw. 13,7 Prozent). Beide liegen so weit hinten wie nie (Plätze 23 und 33). TA

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Erstellt:
24. November 2021, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
24. November 2021, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. November 2021, 01:00 Uhr

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