„Gemeinsam Klasse sein“

Beim Mobbing gibt es keine Unbeteiligten

Jetzt können bundesweit alle Schulen das Anti-Mobbing-Programm „Gemeinsam Klasse sein“ nutzen.

03.06.2020

Ein Präventionsprogramm vermittelt, dass es beim Mobbing keine Unbeteiligten gibt. Bild: Christine Langer-Pueschel / Fotolia

Mobbing ist die häufigste Gewaltform an Schulen. Laut PISA-Studie von 2017 wird fast jeder sechste fünfzehnjährige Schüler in Deutschland Opfer von Mobbing. Wenn der Konflikt nicht gelöst wird, kann das bei den Betroffenen schwerwiegende seelische und körperliche Folgen haben.

Um Mobbing gar nicht erst entstehen zu lassen, haben die Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg und die Techniker Krankenkasse (TK) die Online-Plattform „Gemeinsam Klasse sein“ ins Leben gerufen. Auf dieser Plattform werden den Schulen digitale Unterrichtsmaterialien zum Thema Mobbing und Cybermobbing zur Verfügung gestellt. Nach einer einjährigen Pilotphase in Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen können jetzt bundesweit alle Schulen das Angebot nutzen.

Das Online-Programm ist der digitale Nachfolger des „Anti-Mobbing-Koffers“ mit dem sich TK und die Beratungsstelle für Gewaltprävention bereits seit 2007 gegen Mobbing an Schulen engagieren. Das Material des Anti-Mobbing-Koffers wurde jetzt komplett überarbeitet und erweitert. Es steht online zum Download bereit. Dazu gehören zum Beispiel Leitfäden für Lehrer, mit wichtigen Impulsen zu Gestaltung einer Projektwoche. Durch Arbeitsblätter, vielfältiges Filmmaterial und Rollenspiele soll eine starke Klassengemeinschaft gefördert werden. So klären die Filme beispielsweise über Cybermobbing und den Unterschied zwischen einem Konflikt und Mobbing auf. Außerdem gibt es Tutorials zur Rechtslage sowie Rollenspiele zu den verschiedenen Handlungsmöglichkeiten. Wichtige Botschaft der Aktion: Beim Mobbing gibt es keine Unbeteiligten.

Ziel ist es, das System Schule nachhaltig zu stärken. Daher gibt es auch zusätzlich Schulungsfilme für Lehrkräfte, so dass das Projekt in der Schule hochwachsen kann.

Seit September 2018 testeten rund 50 Schulen aus Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein das neue Material. Mit dem Schuljahr 2019/2020 stehen die Inhalte der Plattform nach einjähriger Pilotphase jetzt bundesweit allen Lehrkräften zur Verfügung, die eine entsprechende Fortbildung gemacht haben. TA

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Erstellt:
3. Juni 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
3. Juni 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 3. Juni 2020, 01:00 Uhr

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