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Bieringen
Bild: Erich Sommer
Aus der Luft und zu Fuß (11)

Bieringen

27.12.2017
  • Andrea Bachmann

Ungefähr 650 Menschen wohnen in dem kleinen Dorf an der Starzelmündung, das 1972 nach Rottenburg eingemeindet wurde. Es liegt höchst idyllisch an zwei Flüssen und mehreren Quellbächen mitten im „Schwäbischen Sauerland“ und verfügt schon insofern über eine bewegte Geschichte, als es im Laufe des 14. Jahrhunderts von der rechten auf die linke Neckarseite gezogen ist.

1237 wird in einer Schenkungsurkunde ein Graf Burkhard III von Hohenberg aus Bieringen als Zeuge genannt – das ist die erste offizielle Erwähnung des Ortes, dessen Pfarrkirche um 1330 mit wertvollen Wandmalereien ausgestattet wurde, die die Kindheits- und Leidensgeschichte Jesu erzählen und noch heute einen Besuch lohnen.

Heute ist die ehemalige Pfarrkirche die Friedhofskapelle. Vermutlich wegen ständiger Hochwasserschäden zogen die Bieringer im Lauf des 14. Jahrhunderts auf die andere Seite des Neckars. 1420 bauten sie sich dort auch eine neue Pfarrkirche – das Hochwasser verhinderte wohl allzu oft den Kirchenbesuch. Bis 1786 betreuten die Mönche des Klosters Rohrhalden das Kirchlein. Dann kam es an die Freiherren von Stauffenberg, die es vollständig renovieren ließen. Hundert Jahre später wurde das Gotteshaus vergrößert und 1923 bekam es seinen aktuellen Turm und ein neues Dach.

Die Finanzierung war mitten in der Weltwirtschaftskrise eine Herausforderung. In der Pfarrchronik wird berichtet, dass die Reparaturarbeiten mit Weizen, Gerste, Eiern und anderen Naturalien gezahlt wurden. Freiherr von Raßler hatte dem Pfarrer einen Kredit in Höhe von drei Milliarden Mark vorgeschossen. Als der Pfarrer die Schuld ein paar Wochen später zurück zahlen wollte, war das Geld schon wieder so wenig wert, dass Raßler auf die Rückzahlung großzügig verzichtete – schließlich befanden sich im sonntäglichen Klingelbeutel bereits Milliardenscheine in größerer Anzahl.

Hätte es damals schon ein Kübelesrennen gegeben, wäre diese Geschichte es bestimmt wert gewesen, auf einem der Boote erinnert zu werden, die von der oberen bis zur unteren Brücke den Neckar hinabtreiben. Aber die Hauptattraktion der Bieringer Herbstkirbe gibt es erst seit 1987, da hatte man sich für das 750-jährige Ortsjubiläum etwas so Besonderes ausgedacht, dass das Rennen seitdem jedes Jahr stattfindet. Anfangs ging es wirklich noch darum, ein Wettrennen auf dem Wasser zu gewinnen. Seit einigen Jahren ist das aber vorbei, das Kübelesrennen ist mittlerweile eine Art Fasnetsumzug auf dem Wasser, bei dem Boote und Besatzungen kostümiert sind.

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27.12.2017, 01:00 Uhr
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