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Filme aus Frankreich

Christopher Buchholz will mit seinem Festival auch Schüler begeistern

Der 57-jährige US-Amerikaner Christopher Buchholz ist der Leiter der Französischen Filmtage. Er kümmert sich um die Finanzen sowie um das Personal und verleiht dem Festival seinen persönlichen Stempel.

30.10.2019

Christopher Buchholz mit dem Gorilla Lucy. Bild: Dennis Duddek

TAGBLATT ANZEIGER: Was ist Ihre genaue Aufgabe bei den Französischen Filmtagen?

Christopher Buchholz: Ich bin der Kaufmännische und Künstlerische Leiter der Filmtage. Ich muss also schauen, dass wir genügend Geld haben, um zum Beispiel die ganzen Mitarbeiter zu bezahlen. Als Künstlerischer Leiter koordiniere ich alle Sektionen bis auf die Afrika Sektion.

Warum gibt es die Französischen Filmtage?

Es fing alles mit der Besetzung der Franzosen in Tübingen an. Sie versuchten, sowohl etwas für die Soldaten als auch für die Bewohner zu schaffen. Und da wir eine sehr gute Beziehung zu Frankreich haben, ist es wichtig, dass wir auch etwas mehr über die französische Kultur erfahren und allgemein über die Franzosen. Die Deutschen produzieren leider nicht so viele Filme wie die Franzosen. Während die Franzosen sehr viele Filme exportieren, importieren die deutschen vor allem Filme. Dass sorgt dafür, dass die ganze Welt aus Filmen sehr viel über die französische Gesellschaft weiß. Von den Deutschen weiß man aus Filmen leider nicht so viel.

Warum bieten Sie beim Festival den Schülerkurzfilm- Wettbewerb an ?

Mir persönlich ist die Bildung der jungen Leute am wichtigsten. Und auch bei den Filmtagen soll die Bildung nicht zu kurz kommen. Ich wollte nicht nur, dass die Schüler in unser Schulkino gehen, sondern ihnen auch die Möglichkeit geben, selbst etwas zu erschaffen. Darum wollte ich für Schülerinnen und Schüler etwas ins Leben rufen, wo sie sich genau in der Hinsicht verbessern können. Sie überlegen sich gemeinsam ein Drehbuch, verbringen viele Stunden zusammen und es macht natürlich auch viel Spaß. Und viele junge Leute finden dann auch Interesse am Filmedrehen und manche machen das dann später eventuell auch beruflich. Ich schaue mir manchmal Filme von mir an, die ich in meinen jungen Jahren gedreht habe und kann darüber lachen.

Heute wäre dieser Kurzfilmwettbewerb und das Schulkino aber auch gar nicht möglich, wenn es Beate Nonhoff nicht gäbe, die das Ganze organisiert. Natürlich wäre der Wettbewerb auch nicht ohne unsere Jury möglich, die die Filme bewertet.

Was macht einen guten Kurzfilm aus?

Als erstes muss man sich eine gute Geschichte ausdenken. Außerdem gefällt es mir sehr gut, wenn man nicht gleich am Anfang des Films das Thema genau sieht. Wird das Thema etwas versteckt in den Film einbaut, sind die Zuschauer auch ein wenig gefordert. Natürlich sollte er auch gut gedreht sein, aber das ist heute meistens kein Problem mehr. Im Gegenteil: Die Schülerinnen und Schüler machen auch öfters aufwendige Drohnenflüge und tolle Spezialeffekte.

Welche Art von Kurzfilmen werden am meisten gedreht ?

Das kann ich leider nicht genau sagen. Wir geben jedes Jahr fünf Themen zur Auswahl und eines davon können sich die Schüler dann aussuchen. Und natürlich muss der Kurzfilm auch mit Frankophonie zu tun haben, oder mit der französischen Sprache. Es ist so, dass Jungs eher Filme mit viel Action drehen, also eher Kriminalfilme oder eine Art Thriller. Mädchen drehen eher Filme über gesellschaftliche Probleme, wie Mobbing in der Schule oder Filme über die Suche nach sich selbst. Aber am Ende ist kein Film wie der andere. Jeder ist auf seine Art besonders, entweder wegen des Themas oder wegen der Kameraführung oder auch des Schnittes. Man sieht immer einen sehr großen Unterschied bei den Filmen, das ist für mich als Regisseur sehr interessant.

Wir hatten in den letzten Jahren zum Beispiel eine Gruppe, die mir sehr in Erinnerung geblieben ist. Sie hat in der 5. Klasse mit Animationsfilmen angefangen und konnte sich dann mit der Qualität ihrer Filme so weit hocharbeiten, dass sie in ihrem letzten Schuljahr vom Deutsch-Französischen Jugendwerk und der Semaine de la Critique eingeladen wurde. Fragen von Dennis Duddek

Die Französischen Filmtage

beginnen am heutigen
Mittwoch, 30. Oktober.

Das komplette Programm
gibt es unter

www.franzoesische.
filmtage-tuebingen.de

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Erstellt:
30. Oktober 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
30. Oktober 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 30. Oktober 2019, 01:00 Uhr

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