Das Herz der Band

Der Schlagzeuger Stephan Rudolph liebt die Vielfalt der musikalischen Stile

Stephan Rudolph ist mit verschiedenen Bands unterwegs. Am Samstag, 13. April, tritt der 57-jährige Schlagzeuger aus Plattenhardt um 20.30 Uhr mit A Cup of-T. bei Frau Hopf im Tübinger Schlosscafé auf.

Der Schlagzeuger Stephan Rudolph liebt die Vielfalt der musikalischen Stile

Stephan Rudolph ging beim legendären Ginger Baker in die Schule. Sein Repertoire auf dem Schlagzeug reicht von Blues und akustischem Rock bis zu Samba und Jazz. Bild: Claus Rudolph

TAGBLATT ANZEIGER: Sie haben bereits im Alter von 13 Jahren Ihre Liebe zum Schlagzeug entdeckt. Warum wollten Sie damals nicht Violine oder Querflöte spielen?

Stephan Rudolph: Mein großer Bruder hat Platten von Ginger Baker, Jimi Hendrix und Golden Earring gehört. Beim Mithören hat sich bei mir der Wunsch entwickelt, Drummer zu werden. Ich habe deshalb im Alter von 13 Jahren im Musikverein Schlagzeugunterricht genommen. Ich hatte einen guten Lehrer von der Polizeimusikschule. Blasmusik war nicht mein Ding. Aber die Technik, die ich dort an der Snare gelernt habe, kam mir zugute, als ich meine erste Bluesrockband gegründet habe.

Und Sie sind später bei Ginger Baker in die Schule gegangen.

Anfang der 80er-Jahre habe ich bei dieser Schlagzeuglegende eineinhalb Jahre Intensivunterricht in London und in der Toskana gehabt. 1982 hatte ich dann meine erste LP mit dem Bluesrocktrio Cake veröffentlicht. Mit der Band spielte ich auf zwei Deutschlandtourneen von Ginger Baker im Vorprogramm.

Trotzdem verdienen Sie Ihr Geld in der Versicherungs- branche.

In jungen Jahren habe ich zwar von einer Profikarriere als Drummer geträumt. Doch die wirtschaftliche Sicherheit war mir wichtiger, weshalb ich eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann gemacht habe. Als dann mein Sohn auf die Welt kam, wurde die Musik für mich endgültig zum Hobby. Jetzt kümmere ich mich um den beruflichen Nachwuchs in der Versicherungsbranche. Als Ausgleich zur Arbeit im Büro treffe ich mich ein- bis zweimal in der Woche mit der Band zur Probe. Und an den Wochenenden haben wir unsere Auftritte.

A Cup of-T. spielt akustischen Rock. Lässt die Begeisterung für jaulende E-Gitarren mit dem Alter nach?

Für jaulende E-Gitarren kann ich mich immer noch begeistern. Aber ich liebe die musikalische Vielfalt. Mit Blind Date N°4 spiele ich beispielsweise melodiöse und energiegeladene Rockmusik, die richtig groovt. Der Sound von Tanguda ist von swingenden Beats sowie den Stakkato wirbelnden Drumparts von drei afrikanischen Trommlern geprägt. Die Band setzt mit einer Dance-Show, Artistik und pyrotechnischen Effekten auch starke optische Akzente. Und das Repertoire von Ferras Brazil reicht von Samba über Bossa Nova bis zu Flamenco und Jazz.

Worauf kann sich das Publikum beim Auftritt von A Cup of-T. in Tübingen freuen?

A Cup of-T. ist eine Coverband. Wir spielen die Klassiker von den Beatles, REM, Oasis oder Travis. Wir haben aber auch eigene Songs im Programm. Lieder über das Leben, die Liebe und unsere Sehnsucht nach England. Die Musik ist vom Brexit ja glücklicherweise nicht betroffen.

Der Schlagzeuger sitzt bei Live-Auftritten immer im Hintergrund. Ist das nicht frustrierend?

Der Drummer legt das rhythmische Fundament für einen Auftritt. Ich fühle mich deshalb wie das Herz der Band. Und das Herz sieht man auch nicht.

Fragen von Stefan Zibulla

A Cup Of–T. spielte bereits in England, Frankreich und Holland. Besetzung: Wolfi Rieder (Gesang und Gitarre), Matthias Herm (Gitarre), Filius Maier (Bass) und Stephan Rudolph (Schlagzeug).

www.acupof-t.de


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10.04.2019, 01:00 Uhr