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Friedhof ohne Palme

Der Stockacher Ortschaftsrat will keine Stahlskulptur als Grabmal

Die Palme aus Stahl, mit der Birgit Küffen das Grab ihres Mannes schmücken will, wurde vom Stockacher Ortschaftsrat abgelehnt. Jetzt befasst sich das Tübinger Landratsamt mit dem Widerspruch, den die 50-Jährige gegen diese Entscheidung eingelegt hat (siehe auch den Kommentar auf Seite 2).

10.01.2018

Birgit Küffen mit der Palme für das Grab ihres Mannes. Auch die Fototapete im Hintergrund erinnert an die gemeinsamen Urlaubsreisen des Ehepaars. Bild: Zibulla

Stockach. Birgit und Adrian Küffen waren 23 Jahre verheiratet. In dieser Zeit haben sie viele gemeinsame Reisen nach Ägypten oder Thailand gemacht. Nachdem Adrian Küffen im Mai plötzlich und unerwartet im Alter von 50 Jahren an einer Lungenembolie gestorben ist, wurde er auf dem Stockacher Friedhof beigesetzt. „Eine Palme ist das passende Grabmal für meinen Mann“, stellt Birgit Küffen fest. „Denn er hat den Urlaub unter Palmen geliebt.“

Bei Wilfried Rexze hat sie das Grabmal in Auftrag gegeben. Der Künstler aus Pfäffingen fertigte eine Palme aus Stahl mit rostfarbener Oberfläche. Wenn der Stamm in das Urnengrab einbetoniert wird, ragt die Skulptur etwa einen halben Meter aus dem Boden. Der Name des Verstorbenen ist auf einem 33 Zentimeter breiten Stahlschild aufgeschweißt. „Die Skulptur soll noch mit einem speziellen Öl behandelt werden, damit sie dunkler aussieht“, erklärt Birgit Küffen.

Nach der Gomaringer Friedhofsordnung muss die Errichtung eines Grabmals von der Gemeinde schriftlich genehmigt werden. Der entsprechende Antrag, den Birgit Küffen am 5. Oktober gestellt hat, wurde vom Stockacher Ortschaftsrat abgelehnt.

Grabmale müssen „der Würde der Friedhöfe in ihrem Einzelnen und in der Gesamtanlage entsprechen“, begründet Martin Schindler mit Verweis auf die Gomaringer Friedhofsordnung in einem Schreiben vom 16. November die Ablehnung. „Im Friedhof Stockach und insbesondere im angrenzenden Umfeld des Grabes sind Grabmale aus Stein zu finden“, schreibt der Gomaringer Hauptamtsleiter. Ein Metallobjekt mit rostähnelndem Überzug füge sich nicht in die Gesamtgestaltung des Stockacher Friedhofes ein.

Birgit Küffen hat kein Verständnis dafür, dass die Gemeinde ihre Palme ablehnt. „Die Skulptur ist ästhetisch und dezent und verletzt nicht die Würde des Stockacher Friedhofs“, betont sie.

Weil der Stockacher Ortschaftsrat die Palme in einer nichtöffentlichen Sitzung abgelehnt hat, will sich Ortvorsteherin Christa Stöhr nicht zu den Gründen äußern. Auch Gomaringens Bürgermeister Steffen Heß will dazu keine Stellung nehmen, solange das Widerspruchsverfahren läuft.

Birgit Küffen ist entschlossen, für die Palme auf dem Grab ihres Mannes zu kämpfen. „Sollte mein Widerspruch abgelehnt werden, nehme ich mir einen Anwalt und gehe den juristischen Weg. Auf jeden Fall gebe ich nicht so schnell auf.“Stefan Zibulla

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Erstellt:
10. Januar 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
10. Januar 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2018, 01:00 Uhr

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