Neuer Markt für Nikotinsucht

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtgefahren warnt vor der E-Zigarette

Die E-Zigarette ist seit ihrer Einführung auf dem Markt in den Jahren 2007/2008 Gegenstand einer Kontro- verse. Die DHS als Fachgesellschaft für Suchtfragen hat erneut Grundlagen und Fakten geprüft.

24.11.2021

Tabak-Zigaretten stehen nicht vor dem Aus: Viele Raucher ergänzen sie mit der E-Zigarette. Bild: Stadtverwaltung Rottenburg

Inzwischen liegen Studien vor: Wer E-Zigaretten raucht, inhaliert dabei giftige Inhaltsstoffe, die schädigend auf Lunge, Herz-Kreislauf- und Immunsystem wirken und im Verdacht stehen, Krebs zu fördern.

Die E-Zigarette unterscheidet sich von der typischen Tabak-Zigarette jedoch in ihren typischen Verbrennungsstoffen – wegen der anderen Zusammensetzung des Ausgangsmaterials und der unterschiedlichen, beim Konsumvorgang erreichten Temperaturen bei einer E-Zigarette sind sie dort nicht nachweisbar.

Dafür kann das Aerosol neben den Vernebelungsmitteln Propylenglykol und Glycerin, je nach technischer Umsetzung der Vernebelung, variable Mengen der Krebserreger Formaldehyd, Acrolein und Acrylamid oder Schwermetalle wie Chrom, Blei und Nickel enthalten.

Diese Schadstoffe machen die E-Zigarette zu einem Produkt, das die Gesundheit aufs Spiel setzt. Die Risiken für den einzelne Nutzer sind nach derzeitigem Kenntnisstand im direkten Vergleich zur Tabakzigarette als geringer einzuschätzen.

Bei der E-Zigarette wird zudem die Nikotinsucht entwickelt oder verlängert: ein weiteres Gesundheitsproblem. Denn die Nikotin-Aufnahme entspricht bei den Geräten neueren Typs bei entsprechender Inhalation jener von Tabakzigaretten.

Die DHS sieht die E-Zigarette eindeutig als Suchtmittel. Es ist derzeit kein positiver Effekt von E-Zigaretten auf die Gesamtbevölkerung zu sehen, weder für Nichtrauchende, die in der Gesamtbevölkerung mit 75 Prozent die Mehrheit darstellen, noch für die meisten Tabakrauchenden.

Mithilfe von E-Zigaretten wird ein neuer Suchtmittelmarkt auf der Basis des hochwirksamen Nikotins aufgebaut, nachdem es langsam, aber stetig zu einem Rückgang des Tabakrauchens gekommen war.

Gleichfalls bestehen grundlegende Zweifel an einem positiven Effekt von E-Zigaretten auf die rauchende Bevölkerung, die in Deutschland etwa 25 Prozent umfasst. Die Mehrheit der E-Zigaretten-Konsumenten ist nicht auf E-Zigaretten umgestiegen, sondern raucht zudem weiterhin Zigaretten. TA

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Erstellt:
24. November 2021, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
24. November 2021, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. November 2021, 01:00 Uhr

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