Wird Deutschland immer kränker?

Die Fehlzeiten sind hoch wegen Grippe & Co.

Die Krankmeldungen von Berufstätigen in Deutschland haben einen neuen Höchststand erreicht.

25.01.2023

Die Erkältungs- und Grippewellen sorgen für neue Kranken-Höchststände. Bild: detailblick / Fotolia

Die Erkältungs- und Grippewellen sorgen für neue Kranken-Höchststände. Bild: detailblick / Fotolia

Laut Daten der KKH Kaufmännische Krankenkasse lag der Krankenstand im vierten Quartal bei 7,3 Prozent und somit noch einmal 1,2 Prozentpunkte über dem bereits außergewöhnlich hohen Niveau im dritten Quartal 2022.

Auch mit Blick auf die Gesamtjahresanalyse erweist sich das dritte Corona-Jahr als Ausnahmejahr in Sachen Krankmeldungen: Bundesweit fehlten Arbeitnehmer von Januar bis Dezember 2022 krankheitsbedingt durchschnittlich 6,4 Prozent ihrer Arbeitszeit. 2021 und die Jahre zuvor lagen die Quoten noch bei um die fünf Prozent.

Den im Vergleich höchsten Krankenstand für 2022 registriert die KKH mit 8,3 Prozent in Sachsen-Anhalt, den niedrigsten mit 5,3 Prozent in Hamburg.

Eine der Ursachen für die Rekordzahl an Krankschreibungen sind die stark ausgeprägten Erkältungs- und Grippewellen im vergangenen Jahr: Aufgrund von Atemwegserkrankungen haben sich die bundesweiten Fehlzeiten 2022 im Vergleich zu 2021 nahezu verdreifacht (rund 1,2 Millionen zu 3,3 Millionen Krankheitstagen). Die größtenteils aufgehobene Maskenpflicht, wieder mehr Begegnungen auf engerem Raum bei der Arbeit und bei Veranstaltungen haben das forciert.

Eine Rolle spielt bei diesen Höchstwerten aber auch die elektronische Krankschreibung (eAU). Seit Oktober 2021 können Arztpraxen Meldungen zur Arbeitsunfähigkeit digital an die Krankenkassen übermitteln, seit Juli 2022 sind sie dazu verpflichtet. Dies bewirkte, dass mittlerweile nahezu alle Krankschreibungen bei den Krankenkassen eingehen – auch die kurzzeitigen, die nicht in einen Krankengeldfall münden. Als Patienten die gelben Scheine noch selbst an ihre Krankenkasse senden mussten, taten sie dies häufig nur bei längerer Krankheit und nicht, wenn sie nur wenige Tage etwa wegen einer Erkältung arbeitsunfähig waren. Die Dunkelziffer war entsprechend höher.

KKH-Daten stützen diese These: Letztes Jahr ist die Zahl der eingereichten Kurzzeit-Krankschreibungen enorm gestiegen. So registriert die KKH für das Jahr 2021 noch rund 442 000 Atteste von einer Dauer bis zu sieben Tagen, im Jahr 2022 waren es bereits rund 746 000. Ab einer Krankheitsdauer von 15 Tagen nimmt dieser Effekt spürbar ab.

TA

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Erstellt:
25.01.2023, 01:00 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 21sec
zuletzt aktualisiert: 25.01.2023, 01:00 Uhr

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