Noch so viele Ideen

Die Tanz-Etage in Gomaringen gibt es seit 15 Jahren

Eva Wied, von Beruf Tanzpädagogin und Erzieherin, leitet die Tanz-Etage in Gomaringen. Vor 15 Jahren hat sie die Räumlichkeiten angemietet, um orientalischen Tanz, kreativen Tanz, Standard-Lateintanz und Kindertanz zu unterrichten. Mittlerweile ist sie mehr Managerin denn Kursleiterin.

11.11.2020

Tanzpädagogin Eva Wied wünscht sich viele Leute, die sich in ihrer Tanz-Etage wohlfühlen. Bilder: Philipp Schmidt

Gomaringen. Die Tanz-Etage vereinigt unter einem Dach ganz unterschiedliche Kurse unter dem Motto: „Tanz, Bewegung, Begegnung, Entspannung“. Neben den festen, fortlaufenden Kursen, finden in der Tanz-Etage normalerweise auch Workshops und andere Veranstaltungen statt – wenn nicht gerade Corona-Pandemie herrscht. Zum Jubiläum anlässlich des 15-jährigen Bestehens stellte sich Eva Wied den Fragen des TAGBLATT ANZEIGERs.

Was steht in näherer Zukunft an?

Normalerweise finden monatlich zwei Veranstaltungen statt, für dieses Jahr sind in Anbetracht der Umstände allerdings nur noch zwei geplant. Ein Koffermarkt am 14. November und die Benefizveranstaltung „Märchen und Couscous“ am 5. Dezember.

Wie entscheiden Sie, wer Kurse bei Ihnen anbieten darf?

Am Anfang konnte ich nicht auswählen und war froh um alles. Ich habe aber bald gemerkt, dass ich die Richtung vorgeben muss. Vielseitigkeit liegt mir am Herzen. Bis heute erlaube ich mir, auch exotischere Themen aufzunehmen. Ich bin für Experimente offen.

Was wären dafür Beispiele?

Theatro Tango war beispielsweise ein Workshop, bei dem ich mir nicht sicher war, ob das Angebot verstanden und angenommen wird. Indian Balance, afrikanischer Tanz – das sind Dinge, die zeitaktuell Interesse erregen.

Ihre bewegendsten Momente in diesem Raum?

Die letzte Veranstaltung mit Chaim & Adolf war für mich ein Konzentrat dessen, was ich in den letzten Jahren aufgebaut habe. Es war ein stimmiges Beisammensein, leicht und zugleich ergreifend. Das Zusammenspiel von Künstlern, Gästen und Team war grandios. Eine wunderbare Stimmung für alle. Tänzerisch hat mich ein Kinderkurs sehr berührt, bei dem Kinder eine eigene Geschichte in Bewegung umgesetzt haben. Das war definitiv ein bewegender Höhepunkt. Außerdem kommen immer wieder internationale Gastdozenten. Darunter sehr renommierte, bei denen ich stolz war, dass sie sich in diesem Tanzraum bewegt haben.

Welche Art Veranstaltungen finden bei Ihnen statt?

Die Themen sind breit gefächert. Natürlich alles, was mit Tanz zu tun hat, auch Aufführungen. Aber auch Vernissagen hatte ich schon. Musik, Gesang, Literatur, Theater, Märkte, Cafés, kulinarische Reihen, Taufen, runde Geburtstage – die Räume geben viel her. Ich habe schon so viel gemacht, und es gibt noch so viele Ideen. (lacht)

Wie wirkt sich die Corona-Lage aus?

Das Finanzielle bereitet mir schon Sorgen. Teilnehmer sind vorsichtig, Dozenten springen ab. Das hat auch etwas Merkwürdiges, weil ich feststelle, dass gerade jetzt die Menschen den Kontakt dringend brauchen. Durch den großen Raum können hier ja alle Bestimmungen eingehalten werden. Wir sind da auch kreativ. Man muss sich überlegen, was gerade möglich ist. Wie zum Beispiel der Koffermarkt.

Von wem werden Sie unterstützt?

Mein Mann ist zu jeder Zeit an meiner Seite. Ohne ihn hätte ich das alles so gar nicht auf die Beine stellen können. Zudem gibt es ein Team von acht Frauen, die Interesse daran haben, das kulturelle Leben in Gomaringen mitzugestalten und zu erweitern. Das sind Freundinnen von mir. Sie bringen gute Ideen ein und helfen bei den Veranstaltungen. Durch sie als Personen, die ich sehr schätze, fühlen sich die Abende auch für mich, nachdem die Arbeit getan ist, nach Freizeit an.

Es gibt auch Kooperationen?

Genau im Ort gibt es eine Zusammenarbeit mit der Schule, dem Schülerhort, der VHS und der Gemeinde.

Was wünschen Sie sich für die Tanz-Etage?

Vor allen Dingen, dass die Leute, die sich in der Tanz-Etage wohlfühlen könnten, sie auch finden. Das ist mein größtes Anliegen. Weil ich nicht genügend Budget für Werbung habe, muss ich immer schauen, wie die Menschen zu mir kommen. Und das, obwohl das Einzugsgebiet echt weit ist. Für Workshops wird auch aus der Schweiz und aus Österreich angereist. Sehr wichtig ist mir zudem die Kontinuität. Bei allen Veränderungen, Bereicherungen und Erweiterungen bleibe ich meinem Grundansatz treu. Es geht mir um Vielfalt, Integration und soziales Miteinander. Wir wollen auch in schwierigen Zeiten alle zusammen- und durchhalten.

Interview: Philipp Schmidt

Aktuell werden neue Kursteilnehmer/innen für kreativen Kindertanz und einen Salsa-Anfängerkurs gesucht. Sämtliche Termine finden sich auf: www.tanzetage-gomaringen.de

Tanzraum im Corona-Modus: Die Tanz-Etage in Gomaringen bietet viel Platz für Veranstaltungen.

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Erstellt:
11. November 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
11. November 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 11. November 2020, 01:00 Uhr

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