LAV Leichtathleten mit Top-Niveau

Die Tübinger Läufer und Läuferinnen liefern deutsche Spitzenleistungen in Serie

Im kleinen Kreis im Rahmen der „Freitags-Challenge“, zeigten die Tübinger Leichtathleten, dass sie sich in toller Form befinden.

24.06.2020

Der junge Ben Schlichter steigerte seine Leistung, wie fast alle letzten Freitag. Bild: Lukas Müller

Beim letzten mehr oder weniger virtuellen Meeting auf der Bahn im SV03-Stadion herrschte Schmuddelwetter. Diesmal regnete es nur Bestzeiten auf der blauen Bahn, denn das Wetter hielt zum Glück am vergangenen Freitag. Überragende Bestzeiten erreichten Hanna Klein (8:41,59 Minuten über 3000 Meter) und Jackie Baumann (52,53 Sekunden über 400 Meter, 23,37 Sekunden über 200 Meter), aber auch die jüngeren Athleten begeisterten mit tollen neuen Bestleistungen. „Es war wirklich berührend und als Trainerin beeindruckend zu sehen, wie sich die ganze Gruppe heute ins Zeug gelegt hat!“, beschrieb eine glückliche Trainerin und Organisatorin der „Freitags-Challenge“, Isabelle Baumann, die Atmosphäre des Abends.

Abgesehen von einigen Athletinnen und Athleten der VfL Sindelfingen war es ein vereinsinterner Wettkampfabend. Der wurde auch ohne große Menschenmengen und deren Anfeuerungsrufe am Rande der Bahn zum absoluten Erfolg. In kleinen Läufen gab es von den 30 Metern für die Sprinter bis zu den 3000 Metern für die Langstreckenläufer spannende Rennen, die bei nahezu perfekten Bedingungen stattfanden.

Und so waren von den jungen Schülern bis zu den „alten“ Langstreckenhasen alle an der Startlinie. Kein Wunder: Echte Wettkämpfer/innen lechzen nach dem Wettbewerb, nach der Herausforderung – kurz: danach, das Trainierte auch in einem Rennen zu zeigen.

Begeistert haben am frühen Freitagabend zunächst die Jüngsten im LAV Trikot. Der erst 12-jährige Jakob Liebrich rannte gleich zu Beginn die 800 Meter in starken 2:28 Minuten. Auch die gleichaltrige Emma Thorwarth steigerte sich um 4 Sekunden auf 2:33 Minuten. Till Anhorn lief über die ungewohnten 300 Meter noch unter den 50 Sekunden ins Ziel. In der U16 hagelte es ebenso viele neue Persönliche Bestzeiten. Auf der 300 und auf der 800er Strecke.

In der U18 rannte das junge Lauftalent Natalie Frank mit 4:44,35 Minuten zu einer absoluten Topzeit in ihrer Altersklasse über 1500 Meter und verbesserte sich gar um 13 Sekunden. Mit dieser Zeit wäre sie bei der Jugend-DM wohl im Finallauf gewesen. Tragisch, dass solche Meisterschaften dieses Jahr nicht stattfanden. Ebenfalls starke neue Bestzeiten standen nach 3 3/4 Stadionrunden auch für Fynn Meyer zu Schwabedissen (4:33,06 Minuten) und Benjamin Diehl (4:33,36 Minuten) im Ziel auf der Uhr. Ben Schlichter verbesserte sich um 8 Sekunden auf starke 4:12,75 Minuten und blieb damit sogar unter der DM-Norm. „Eigentlich gibt es nur Positives“, freute sich Nachwuchs-Coach Uli Böckle über die Leistungen. „Vor allem freut mich, dass trotz fehlenden echten Wettkämpfen eine ungebrochene Motivation besteht, weiter zu trainieren und sich zu verbessern.“

Über 400 Meter stellte Jackie Baumann in einer absoluten Topzeit über die Flachdistanz nicht nur ihre Konkurrenz in den Schatten. Die Hürdenläuferin flog geradezu über ihre Heimbahn und konnte das Tempo bis ins Ziel mitnehmen. Mit 52,53 Sekunden verbesserte sich die Tübinger Olympiakandidatin nicht nur um mehr als 1 Sekunde, sondern wäre im vergangenen Jahr sogar unter die ersten 3 der deutschen Bestenliste gesprintet. Und auch über die 200 Meter (23,37 Sekunden) bestätigte Baumann nur eine halbe Stunde später mit einer erneuten deutschen Topzeit, dass sie sich in neue Bereiche vorarbeiten konnte und nun auch auf den Flachdistanzen zu den stärksten Langsprinterinnen Deutschlands gehört.

Schneller war hier nur Vereinskollege Tyrone Wild, der in einer Zeit von 22,75 Sekunden auch eine starke neue Bestzeit erreichte. Über 800 Meter stahl Tom Rinderknecht seiner Konkurrenz mit einer Bestzeit von 1:55,58 Minuten die Show und wäre damit wohl ebenfalls unter die besten 10 Jugendlichen in Deutschland gelaufen. Auch Jan Haller knackte mit einer Zeit von 1:59,79 Minuten noch knapp die 2- Minuten-Marke.

Insgesamt 3 Läufe über 3000 Meter standen zu guter Letzt auf dem Programm. Und auch hier war es wieder eine Athletin, die den Männern die Show stahl: Hanna Klein. Die Neu-Tübingerin rannte als einzige Frau im schnellsten Lauf mit und kam nach einem mutigen Rennen in herausragenden 8:41,59 Minuten ins Ziel – eine deutliche neue PB für die zweifache deutsche Hallen-Meisterin, die erst seit Beginn des Jahres für die LAV startet. Mit dieser Zeit hätte sie sich im letzten Jahr wohl nur Konstanze Klosterhalfen geschlagen geben müssen. „Ich bin froh, dass wir über diese Trainingswettkämpfe Rückmeldung und eine kleine Belohnung für das ganze Training bekommen“, freute sie sich nach den schwierigen vergangenen drei Monaten.

Im schnellsten 3000-Meter- Lauf setzte sich Lorenz Baum (8:29,68 Minuten) knapp vor Theo Haug (8:30,82 Minuten) durch. Ebenfalls Bestzeiten liefen über 3000 Meter Paul Jelden (8:53,46 Minuten). Marius Stang (8:45,97 Minuten) und Hanna Gröber (9:36,7 Minuten). Nicht zu vergessen auch die Superleistung neulich von Marius Stang im Marathon. Er nahm die Strecke alleine unter die Sohlen und brauchte gerade einmal 2:25 Stunden dafür. Auf den ersten 21 Kilometern hatte ihn Lorenz Baum begleitet, auf den zweiten Vereinskollege Peter Obenauer. In dieser bestechenden Form hat er jetzt nur ein Problem: „Ich suche verzweifelt einen richtigen Marathon.“Werner Bauknecht

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Erstellt:
24. Juni 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
24. Juni 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. Juni 2020, 01:00 Uhr

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